Up

25. Januar 2008

Das Musik auch eine berauschende Wirkung auf unser Bewusstsein hat, dass weiß der Mensch schon seit Jahrtausenden. Warum diese meditativ und beruhigend wirkende Eigenschaft immer weniger genutzt wird, sei dahingestellt. Dass es auch noch moderne und prominente Vertreter diese Umgehensweise mit Musik gibt, beweißt meiner Meinung nach Peter Gabriel.

Mal bissig kritisch, mal kraftvoll emotionsvoll und mal philosophisch, schafft es dieser Komponist eine geradezu verzaubernde Musik zu schaffen. Für mich ist das eine ganz andere Ebene als ein einfaches „Hey There Delilah“ für die Autofahrt. Denn seine Kompositionen, seine durchdachten Zusammensetzungen von Klängen sind besonders originell, authentisch, leidenschaftlich und harmonisch. In „Make Tomorrow“ vereint er Ruhe und Beharrlichkeit, Mann und Frau und Überschwang und Besonnenheit. Das Ganze wird von einem klugen Text unterstützt. Eine nach Perfektion anmutende Aneinanderreihung von Tönen…

Musik als Selbsterfahrung. Wie Indianer um ein Feuer tanzen und den Körper spüren. Die Materie fassen um im selben Moment ihre Vergänglichkeit und Sinnlosigkeit zu begreifen. Eine Erfahrung die nicht auf rationaler Ebene beschrieben werden kann. Die sich weit weg von Worten und Gesagtem abspielt. Ein „sich-dahin-fließen“ stellt sich ein, leicht geführt von innersten Bedürfnissen. So k a n n man Rückschlüsse auf sich selber und sich in der Umwelt ziehen. Musikalisch meditative Selbsterfahreung.

Ein zentrales Beispiel für diese Art der Musik und des Umgangs mit den musikalischen Möglichkeiten ist für mich neben „Fly“ von Ludovico Einaudi das Stück „Low Light“ (live) eben von Peter Gabriel.

Für diese Momente des Lebens in denen man in sich kehrt und reflektiert, dafür ist Peter Gabriel geradezu prädestiniert…