Hey! Fire 57

30. Januar 2008

Ist euch eigentlich schonmal aufgefallen, dass es zu bestimmten Zeiten in bestimmten Genres einige Elemente oder Worte gibt, die von Bands auffallend oft in ihren Namen eingebaut werden? Ein paar Beispiele:

„Fire“ – Emocore/Indie vor ein paar Jahren: Boysetsfire, Arcade Fire, Fire In The Attic, Amusement Parks On Fire, Friendly Fires, Alexisonfire (Klassiker: Earth, Wind and Fire)

„!“ – Shoegazer/Indie vor ein paar Jahren und anhaltend: Godspeed You Black Emperor!, Panic! At The Disco, The Go! Team, Virginia Jetzt!, PlayRadioPlay!, !!! (Klassiker: Wham!, Oomph!)

Zahlen – Minimal/Electronica z.Zt.: Prefuse 73, M83, Epo-555, Duo505, Kid 606, Zero 7

Zahlen – Rock vor einigen Jahren: Sum 41, JJ72, Vega 4, Death From Above 1979

Ausrufe – Alternative/Indie/Gypsie z.Zt.: Yeah Yeah Yeahs, Oh No! Oh My!, Clap Your Hands Say Yeah!, Oh No Ono, Hey Hey My My

Warum ist das so? Vorallem, warum kommen diese Bands mit ähnlichen Namen immer zur gleichen Zeit groß raus? Signen Plattenfirmen zu bestimmten Zeiten nur Bands mir einem bestimmten ‚coolen‘ Namensschema? Beginnen diese Bands unabhängig von einander in irgendwelchen Garagen, tausende von Kilometer von einander entfernt, mit ähnlichem Musikstil und Namen um dann irgendwann zeitgleich aus ihren Löchern zu kriechen und entdeckt zu werden? Die müssen ja auch mal klein angefangen und sich entwickelt haben. Sprechen die sich ab? Oder gibt es in bestimmten Genres einfach eine unsichtbare, unbewusste, telephatische Verbundenheit zwischen den gleichgesinnten Genies der Branche?

Gebt mir Antworten! Oder zumindest weiter Beispiele… 🙂

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Word Document

30. Januar 2008

Falls die Diskussionen hier im Blog mal allzu ernst werden sollten… 😉

Schwellenmusik

29. Januar 2008

Ich hab was festgestellt.

Es gibt zwei „Arten“ der Musik. Es gibt einmal die „Momentmusik“, die einen zu einem bestimmten Moment im Leben prägt- also, zum Beispiel ist das bei mir „Sail Away“ von David Gray, ich muss dann immer an sommerliche Tage im Gras denken bei einem kalten Bier und guten Freunden (und ein bisschen verliebt sein und Schmetterlinge und so ein Rotz), aber verbunden mit Melancholie, weil auf einmal dunkle Wolken aufziehen- naja, ist ja auch egal. Es ist auf jeden Fall ein bestimmtes Gefühl, oder eine Erinnerung, die damit verbunden ist.. Synästhesie nennt man das in der Kunst glaube ich.

Also, Momentmusik. Aber dann gibt es noch eine andere Art, viel subtiler, nicht ganz so leicht zu identifizieren. Das ist die „Schwellenmusik“, also das sind jetzt keine rechtlichen Begriffe oder so, man mag es nennen wie man will, ich nenne es halt so… Schwellenmusik. Das ist wenn man wie auf einer Türschwelle steht- zu einem anderen Leben. Zu einer anderen Phase, ein neuer Weg wird angetreten. Warum das so schwer zu identifzieren ist, liegt wohl daran, dass man meistens erst Jahre später merkt, dass das so eine Schwelle war. Manchmal aber auch früher, und so geht es mir momentan.

Ich habe letztes Jahr „The Knife“ kennengelernt. Wenn ich die Tracks höre, verbinde ich das meistens mit einem bestimmten Gefühl, nämlich so, wie es mir letztes Jahr ging, zu diesem Zeitpunkt, als ich echt ausschließlich nur The Knife gehört habe, tagelang, nächtelang, durch und durch. Ich denke, wie alles andere ist das ’ne Geschmackssache, aber für jeden Synth-Pop, Electro, House und auch Indie Fan sollte dem Duo eine Chance gegeben werden. Es ist anders, seltsam, aber fucking good.

Anyway- eigentlich also Momentmusik, ne? Davon war ja eben die Rede, das man was damit verbindet. Aber das is noch viel mehr. In diesem Jahr hat The Knife mit mir eine Veränderung durchgemacht, oder besser, ich mit The Knife. Dinge haben sich geändert, ich habe mich geändert. Das ist als würde man Umziehen, aber das einzige, was man dabei wirklich mitnimmt- die Musik.

Es ist das erste und einzige Mal, dass ich bewusst diese „Veränderungsmusik“ wahrnehme. Diese Monate, die ich mit „The Knife“ verbinde, das waren die seltsamsten, anstrengensten meines Lebens, davor war alles anders und danach war alles anders… aber dazwischen war The Knife, dazwischen war vor allem „Heartbeats“, vor allem „Pass This On“… das ist Musik, die mich ernährt hat, in einer Zeit, in der ich nicht mal mehr wusste, was Hunger war.

Und weil es kürzlich erst in einem Gastkommentar erwähnt wurde: Die Videos sind auch der Hammer. Hier mein absoluter Favourite von The Knife (oh ja, endlich mal konkret sagen können, dass ich einen Liebling unter vielen habe!) und das passende Video dazu: Pass This On.

Auch wenn man schwer kategorisieren kann, was eigentlich was ist- und obwohl The Knife wirklich das einzige Element ist, dass ich DEFINITIV dieser Schwellenmusik zuordnen würde, jedenfalls bei mir- gibt es auch noch andere, die das bei mir ausgelöst haben. Nicht so krass, viel, viel versteckert, aber es war da, die Veränderungen waren da und die Begleitmusik dazu auch. Darunter gehören auf jeden Fall:

Radiohead, Incubus, und so peinlich das jetzt klingen mag, Eminem. Wenn ihr wisst, was ich meine, dann würde es mich echt interessieren, was eure „Schwellenmusik“ so beinhaltet?

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Now playing: X District – Color Correction
via FoxyTunes

Jako… wer?!

28. Januar 2008

Jakobínarína. Gut, offensichtlich befinde ich mich gerade im Schreibwahn. Ich weiss auch nicht warum ich gerade dieses erhöhte Mitteilungsbedürfnis verspüre, aber dafür werde ich diesmal versuchen es kürzer halten.

Jakobínarína sind sechs isländische, blutjunge, wütende und, wenn ich dass mal so sagen darf, scheiß arrogante kleine Wichser. Aber sie machen nun mal, trotz ihres Alters (alle so um die 19 – 21) und trotz ihrer rotzfrechen Hochnäsigkeit gute Rockmusik im Stile der Arctic Monkeys, Kooks, Dirty Pretty Things, Hives und wie diese alten neuen Hypebands nicht alle heißen. Und seit ihrem Auftritt bei den Iceland Airwaves letztes Jahr – dieses Festival steht auf meiner ‚Things To Do In Life‘-Liste übrigens ganz oben – werden diese großmäuligen Milchgesichter nun auch von einigen Szenegängern als der neue heiße Shice gehandelt. Sozusagen noch echter Undergroud-Shit! Yo! Der Durchbruch in Europa oder sonstwo ist ihnen bisher noch nicht gelungen, auch oder gerade wegen einer völlig verkorksten und am Ende abgebrochenen Tour letzten Herbst und Winter (ab Mitte Februar aber 7 bestätigte Konzerte in Deutschland). Vielleicht liegt es aber auch daran, dass man sich mit Sätzen wie „Außer uns kennen wir z.Zt. keine einzige gute Band.“ nicht gerade viele Freunde im Business macht…

Vor ein paar Monaten hatte ich auch die Gelegenheit, die Jungs in Kopenhagen vor einem Mini-Publikum in persona zu sehen. Ein isländischer Freund, der mich überhaupt erst auf die Gruppe aufmerksam gemacht hatte, hatte mich da hin gezerrt. Auch live haben sie einiges drauf, nur sah man ihnen die Enttäuschung über die geringe Zuschauerzahl zu jeder Minute an und machten sie ihre durchaus passable Performance durch übertriebenes Rockstargehabe und unnötig abfällige Bemerkungen kaputt.

Auch wenn diese Combo mit einem ganzen Haufen Talent, einem charismatischen und stimmgewaltigen Frontmann sowie gutem Stil gesegnet ist, weiss ich nicht ob ihnen mit diesem Auftreten jemals der ganze große Wurf gelingen wird. Und ehrlich gesagt weiss ich auch nicht, ob ich ihnen das wünschen würde…

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Die Thermalen

28. Januar 2008

Da ich mich bis jetzt eigentlich nur zum Thema ‚Electro‘ geäußert habe, dachte ich, es wäre mal an der Zeit sich dem zu widmen, mit dem ich aufgewachsen bin, wo ich wirklich herkomme, sozusagen dem musikalischen Mutterkuchen. Dem Rock. Auch wenn Rock quasi meine Einstiegsdroge in das weitreichende Feld der Ohrmuschelbeschallung war – mal abgesehen, von den Bravo Hits die man als Hosenscheißer konsumiert hat – und bis vor ca. 4 Jahren zusammen mit HipHop eigentlich das einzige war, was ich durch meine schlechten Boxen dröhnen ließ, so habe ich seit dieser Zeit eigentlich nur noch wenig mit ihm zu tun. Ich liebe es zwar immer noch auf Konzerte und Festivals zu gehen, doch zu Hause laufen mittlerweile zu 70% digitale Klänge. Aber wie immer, Ausnahmen bestätigen die Regel.

Eine dieser Ausnahmen ist das Postpunk-Trio „The Thermals“ aus Oregon. Vor drei Jahren zum ersten Mal gehört, ist diese Bands eine der wenigen, die mich für ein paar Wochen von meinen ‚Ghetto Tech‘, ‚Minimal‘, ‚Tech House‘ und wie sie nicht alle heißen Playlists loseisen konnte um mal wieder in energetischen Gitarrenriffs und kraftvollen Drums zu schwelgen. Auch wenn ich es bis jetzt leider noch nicht geschafft habe, sie live zu sehen – sie kommen allerdings auch nicht sehr oft nach Deutschland – kann ich sagen, dass diese vor Spiellust strotzende Combo ständig so wirkt als hätten sie am Morgen ein wenig zu tief in die Kaffeekanne geguckt. Schnell, laut, aufgedreht, energiegeladen, unruhig, ungeschönt. Aber trotzdem fast immer melodisch.

Auch wenn mich das erste Studioalbum „More Parts Per Million“ (es gab vorher noch ein Demo namens ‚The Thermals‘) nie so wirklich überzeugt hat, finde ich die letzten beiden – „Fuckin‘ A“ und „The Body, The Blood, The Machine“ – umso besser. Besonders ans Herz legen kann ich die Tracks ‚St. Rosa and the Swallows‘, ‚Forward‘, ‚Our Trip‘ und ‚Let Your Earth Quake, Baby‘. Und natürlich ‚A Pillar Of Salt‘ zudem ich hier auch das großartige Video reingestellt hab. Leute die an Bands wie Everclear, Harvey Danger oder auch Madsen ihre Freude haben, werden höchstwahrscheinlich auch diesen dreien ihr volle Aufmerksamkeit schenken.

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Good Music & Good CGI

27. Januar 2008

Ich wollte nur mal kurz erwähnen das ich Musikvideos liebe. Vorallem oder eigentlich einzig und allein gute Musikvideos. Das sind meistens schon kleine Kunstwerke für sich, bei denen die Musik fast in den Hintergrund tritt, die Macher in meinen Augen Künstler – die Chris Cunningham Sachen für Aphex Twin und Squarepusher, die Videos von Michel Gondry für Björk oder auch die lustigen Spots von Spike Jonze kennen wir ja wahrscheinlich alle. Besonders (mit Hilfe des Computers) animierte Videos liegen in letzter Zeit im Trend. Klar, da ist natürlich auch viel billiger, langweiliger Schrott dabei. Aber es gibt eben auch einige, wunderschön visualisierte Werke. Und die kommen zumeist, wenn auch nicht nur, aus dem elektronischen Bereich. Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass man Musik ohne Gesang einfach besser mit grafischen Effekten visualisiert als mit von Menschen gespielten Handlungen, daran, dass Künstler aus dem elektronischen Bereich den Regisseuren endlich mal freie Hand im Umsetzen ihrere wildesten Fantasien lassen, oder einfach daran, dass es besser ‚zusammenpasst‘. Egal wie, Videos in denen gute Musik und Bild besonders gut aufeinander abgestimmt sind, findet man eben am häufigsten in benanntem Genre. Und wenn man solch einen Diamanten entdeckt hat, kann man ihn stundenlang wieder anschauen / anhören…

Four Tet – Hands

Venetian Snares – Szamár Madár

Autechre – Gantz Graf

Amon Tobin – Verbal

Uffie – Pop The Glock (Sebastian Remix)

+

Kwoon – I Lived On The Moon

Axelle Renoir – Evergreen

Zugegeben, die letzten beiden Links sind alles andere als elektronisch, aber trotzdem wunderschön animiert. Das Video zu Uffie ist auch nicht das Original (ich glaube da gibts keins), sondern das Showreel 2007 von Motion Graphics Designer ‚Dstrukt‘. Achja, und bei ‚Gantz Graf‘ bitte aufpassen, nix für schwache Gehörgänge 😉 Hier aber noch eins von Autechre, was leichter zu ertragen ist:

Like A Virgin

27. Januar 2008

Vor ungefähr einem Jahr war ich auf einer 80’s Party mit einer Freundin, die ihre Zeit hauptsächlich damit verbringt, zu saufen und assi zu sein. Der Abend war richtig lustig, ich war total betrunken und trotz kitschiger achtziger Jahre Mukke hat’s echt Spaß gemacht.

Daran musste ich heute denken, als ich im Auto saß und tatsächlich freiwillig meine 80’s Playlist anschmiss, um dann laut zu Madonna’s „Holiday“ mitzugröhlen. Wenn ich ein Kerl wäre, hätte ich wohl ab jetzt schlechte Aussichten auf funktionierende Mann-Frau-Beziehungen, aber peinlich ist es irgendwo trotzdem- zumindest wenn man sich mit Menschen abgeben muss, die einen anblicken, als würde man in der Vergangenheit leben. Und bis vor einem Jahr hätte ich selbst noch so gedacht, aber meine Asi-Freundin hat mich bekehren können. Die Liebe zu gutem englischen Punk bestand schon immer, The Clash- oh mein Gott, THE CLASH, aber an achtziger Jahre Disse-Musik wollte ich mich bis jetzt eigentlich nicht herantasten.

Und damit habe ich anscheinend ein großes Stück Kultur verpasst, dass ich jetzt gerne nachhole. The Cure! Gibt es denn ein cooleres (und ich meine COOLERES) Lied als „Lullaby“? Ja ja, die Frisuren waren echt eine Zumutung, aber gerade geht mit mir echt der 80’s Revival durch, selbst was die Klamotten angeht (Hallo Fasching, ich komme!), die man in einzelnen Stücken auch gut mit der heutigen Mode kombinieren kann…

Zurück zur Musik: Ich bin es leid, ständig so zu tun, als wäre es das wichtigste, immer nur die angesagteste, hippeste Musik zu hören! Es gibt so viele gute Sachen, die in der Vergangenheit liegen, und es ist gut, wenn man sich mal darauf einlässt. Das es nicht jedermann’s Sache ist, schon klar, und anscheinend war ich noch nicht auf genug 80’s Partys, damit es mir aus dem Hals raushängt wie vielen anderen, aber es macht Spaß, mal einfach nur Tanzmusik zu hören, die nicht komplett aus Synth-Britney-Rotz besteht und nicht ausschließlich von Timbaland produziert wird.

Und jetzt, meine persönliche Nummer eins der 80’s „Ich bin ein Ohrwurm, holt mich hier raus!“ Tracks: „Straight Up“ von Paula Abdul!

Ach. Du. Scheisse. Ich musste jetzt erstmal ewig hin- und her überlegen, wo ich diesen Scheiss unterbringe: Ins msbwy, weil es ja irgendwie, also rein technisch, mit viel Liebe […] (Stunden später) Musik ist, oder ins craplog, weil ich mir ob der hirnverbrannten Scheisse, die ich da eben gehört habe, die Ohren abschneiden wollte. Mit einem Löffel. Ich meine, ich habe jetzt grad 3x das Wort Scheisse benutzt, das kommt auch nicht von ungefähr. Aufgrund des grotesken Charakters des Einspielers, der gleich folgt, habe ich mich für den Abfallkalender entschieden. Und für’s craplog. Ach, und für’s msbwy. By your powers combined!

Also, eben, bei Schmidt und Pocher, wurde es schon gezeigt, ich war so perplex, dass ich den Rest der Sendug nicht mehr klar denken konnte. Ich halte ja Hirnfrost nach wie vor für eine von Roseanne lancierte Urban Legend, aber Synapsenbrand, das gibt es, das habe ich eben gehabt nachdem ich dieses Video von Bernd Stelter gesehen habe:

Lebt denn der deutsche Holzmichl noch? Ja, der deutsche Michl lebt offensichtlich, auch wenn ich nie an ihn geglaubt habe (stilistische Dopplung: eigentlich hat sich die Legende schon früher in Luft aufgelöst.)

Meine Fresse, hier kommt ja alles zusammen: Karneval, Blut-Schweiss-Sperma-Durchhalteparolen, Jürgen Rüttgers zeigt demonstrative „Mit uns nicht!!!111“-Volksnähe. Eingebunden in absolute Arhythmik und dem, was „Die Deutschen *schluchz*“ (Copyright Matthias Matussek) am besten können: Klatschen.

Der Bandwurm aus tieftriefigem Patriotismus (ich erhebe an dieser Stelle schonmal sämtliche Ansprüche an das Wort Køltørbereicherer, hihi) setzt sich, selbstverständlich, in den Kommentaren fort. So sagt z. B. Tassimausi:

Super !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Danke Bernd

Oder auch sehr schön tomtotal:

Hier spricht das Volk – Danke Bernd !!!

Aber am schönsten sagt es wohl schoggotv:

Das Lied gegen Nokia könnte noch zum Klingelton im laufenden Fasching werden.
Bernd Stelter, Dein Anti-Nokia Lied ist super, Danke!

PS für Nokia: Seht Euch das Video mit dem Anti-Nokia Lied gut an, so klingt und klingelt’s, wenn ein Volk zusammensteht und ziemlich wütend, dabei nicht machtlos ist.

bzw. xania2008:

Den Klingelton nehm ich sofort

Klingeltöne! Klingeltöne! Das ist also der neue Protest. Klingeltöne, nein: Protestklingeltöne! Auch für Nokia. Da muss man auch erstmal drauf kommen. Erstmal high-five an Bernd Stelter, dass er aus der Misere der Bochumer Arbeiter, die mir im Übrigen wirklich leid tun, noch ein paar Kröten zu ziehen vermag und nochmal dafür, dass hier sicher die volle Distanz der Verwertungskette gegangen wird. Bis zum Klingelton, welcher sich in der Verwertungsnahrungskette (gleich nochmal Besitzansprüche anmeld) bekanntlich ganz weit unten befindet.

Disclaimer: Ich halte Nokia im Übrigen für eine sehr gute Marke. Mein erstes Handy, das 3210, hat mir lange gute Dienste geleistet. Überhaupt war es seinerzeit das meistverbreitete Handy, weil’s einfach geil war. Das 6610i war auch sehr gut. Idiotensicher. Jetzt habe ich ein Motorola und das ist nur okay. Nokia: Daumen hoch!

Feist!

23. Januar 2008

Also, das mit Feist ist ja so eine Sache. Leslie Feist, natürlich. Weiteres super-chilliges Indiegedöhnse für die Weinabende mit kichernden blonden Freundinnen? Oder doch intelligente, eingängige, „ich-identifiziere-mich-selbst“-Musik für nachdenkliche Hobbyphilosophen, die gerne eine Hintergrundbeduselung zu ihren Gedanken haben?

Tja, ist mir ehrlich gesagt egal. Ich mag Feist. Ich mag ihre ganze Art und würde sie am liebsten jeden Tag knuddeln. Außerdem ist sie so schön Neo-Hippie. Ihre Musik macht Spaß, ohne aufdringlich zu sein oder sich wie Western anzuhören. Leider kann ich nicht viel mit ihrem Album anfangen, so wie es ist. Ich liebe ihre Stimme, ihre Sounds, aber nicht in Kombination… nur in Remixen. Und naja, wenn ich irgendwie in der Stimmung bin. Vielleicht braucht man für sowas ja auch mehr Zeit. Aber in Verbindung zu ihren Videos sind die Songs einfach spitze. One, Two, Three, Four, und ich meine jetzt nicht die Ipod-Werbung. My Moon My Man- auch großartig. Ich hab keinen Bock auf die Musik, und trotzdem will ich sie hören. Geht das eigentlich? Egal- Feist ist in meinem Herzen, auch wenn ich mir nicht erklären kann, wieso. Deshalb ihr neuestes Video: „I Feel It All“:

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Now playing: Joi Cardwell – What It Feels Like (Quentin Harris Dub)
via FoxyTunes

King Of IDM

22. Januar 2008

Chris Clark. Clark. Irgendjemand schon mal gehört? Für mich ist dieser junge Engländer aus der Nähe von London der Held der Arbeit des Genres IDM (Intelligent Dance Music). Ehrlich gesagt, konnte ich mit diesem Begriff bis vor einem Jahr auch nicht viel anfangen. Aber wenn man dann liest, dass zu dieser Electronica-Sukultur auch solch wohlklingende Namen wie Autechre, Aphex Twin oder Venetian Snares gehören, ergibt es alles einen Sinn. Denn das waren alles Bands bei denen ich nie wusste, wo ich sie einordnen sollte, außer eben unter dem sehr weitgreifenden Begriff ‚Electro‘.

Nun gut. Clark, wie sich Chris seit 2006 nur noch nennt macht Musik, die wie der Name schon sagt, tanzbar ist, aber eben doch nicht richtig. Es fällt ein bisschen schwer, weil man nicht genau weiß, wie man sich denn jetzt dazu bewegen soll. Es gibt in seinen Stücken zwar meist einen durchgängigen Beat, aber der wird ständig von unzähligen Cuts und Breaks zerschossen, dass man, sobald man denkt man habe einen geeigneten Bewegungsablauf gefunden, unterbrochen wird und wieder umdenken muss. Intelligent eben.

Trotzdem macht es unglaublich Spaß seinen komplexen, sehr abwechslungsreichen Werken zu lauschen. Die einzelnen Lieder sind schon gut, aber am Besten ist es, sich eines seiner fünf Alben am Stück anzuhören, da die Songs fließend ineinander übergehen wie bei einem DJ Set. Allerdings sei auch hier wieder gesagt, dass Mr. Clark nicht unbedingt massenkompatibel ist. Mehrere seiner seit nunmehr über einem Jahr in meiner Bibliothek auf heavy rotation laufenden Stücke habe ich schon gelöscht weil ich auch nach mehrfachem Hören einfach keinen Zugang zu diesem manchmal schlichtweg ‚elektronischen Krach‘ gefunden hab. Und Musik die nicht gefällt, fliegt raus. Auch wenn ich dann eben nur noch ein halbes Album auf dem Rechner hab.

Nichtsdestotrotz kann ich diesen Herrn nur jedem empfehlen, der nach ein bisschen Abwechslung von Ed Banger, Kitsune und Kollegen dürstet. Anhören, verlieben und dann damit prahlen, dass man auf dem weiten Electro-Feld gerade ganz neue Wege beschreitet 😉

Absolute Börner Stücke sind „Friday Bread“, „Shonny“, „Vengeance Drools“ und „Lady Polindrome“, allerdings meist schwer zu finden. Auf seiner Homepage kann man die Lieder vom neusten Album aber zumindest anspielen lassen. Ich stell ausnahmsweise mal gleich zwei Videos rein – „Ted“ und „Herr Bar“ weil sie meiner Meinung nach bemerkenswert gut sind.

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