Einfach Schön.

19. Januar 2008

So. Auch wenn wir noch einiges an Detailfragen zu klären haben, denke ich, könnten wir so langsam mal beginnen hier unseren unqualifizierten Senf zur musikalischen Weltlage abzugeben. Wenn sich keiner traut, fang ich jetzt einfach mal an.

Bandname: M83. Besetzung: Anthony Gonzalez, ein junger Franzose – waren mal zwei – der sich für Live Auftritte aber immer ne ganze Band zusammenstellt. Stil: irgendwas zwischen Electro, Rock, Ambient und Lo Fi. Klingt wie: Sigur Rós, Explosions In The Sky, Radiohead.

Ok, nun da wir die Fakten abgehandelt haben, zu dem, was ich über diesen illustren Herrn denke. Kurz ich finde M83 einfach nur Hammer. Zum ersten mal vor ca. 3 Monaten auf einer der unzähligen gesharten (es lebe Denglisch) iTunes Bibliotheken an meiner Uni entdeckt und seit dem immer wieder in meinen Playlisten auftauchend. Und das will was heissen. Normalerweise ist das Hörbarkeitsdatum neu erworbener Musik bei mir auf ein paar Tage begrenzt. Die Musik kann noch so gut sein, bei meinem junkie-esquen Konsum setzt spätestens nach einer Woche die Langeweile ein. Nicht so in diesem Fall.

Vielleicht liegt es daran, dass der Sound ständig zwischen zwei Extremen schwankt. Einerseits melancholisch, sphärische Minimalistenklänge („I Guess I’m Floating“), andererseits zerstörerische Brachialpanik („Asterick“) und macnhmal irgendwo dazwischen, dann aber meist elektronischer klingend („Slowly“). Allerdings sehe ich mich dadurch meist mit dem Problem konfrontiert, dass sobald ich M83 irgendwo öffentlich spiele, sprich im Uniarbeitsraum, in der WG oder im Auto, ich eigentlich immer damit rechnen kann das jemand entweder „Boah, kannste mal was unstressigeres reinmachen.“ oder „Junge, ich schlaf gleich ein.“ schreit. Ja, ich gebe zu, es ist gewöhnungsbedürftig. Aber das ist gute Musik (fast) immer. In meinen Augen muss man sich in alles, was anspruchsvoll ist, erstmal reinhören bzw. ein Gehör dafür entwickeln. Das ist halt keine 08/15 Pop-Scheiße, bei der man sich nach zwei Takten die nervige und meist ungewollt ohrwurmfördernde Melodie schon denken kann. Aber es lohnt sich. Genauso wie man sine Lieblingsstücke auf Alben meist dann erst findet, wenn man die Platte 20mal gehört hat, und diese Lieder dann meistens NICHT die Single Auskopplungen sind, ist es mit Bands wie M83. Erst nach mehrmaligem Zuhören, und damit meine ich wirklich ZUhören, nicht einfach beim Arbeiten nebenherlaufen lassen, kann man die feinen, intelligenten Soundstrukturen wirklich erkennen und wertschätzen. Und bei Herrn Gonzales sind diese Strukturen meiner Meinung nach eben besonders beeindruckend. Man kann sich in seinen Stücken völlig verlieren um irgendwann zu merken, dass man gerade völlig geistesabwesend und versunken dreieinhalb Minuten seine Schuhe oder den Baum vor dem Küchenfenster angestarrt hat. Genauso gut kann man zu ihnen aber auch wie im Fieberwahn durch Fußgängerzonen laufen oder viel zu schnell durch strömenden Regen Fahrrad fahren. Besonders letzteres kann ich empfehlen: die Kombination aus Geschwindigkeit, kalte Nässe im Gesicht und diesem Bombast auf dem Ohr verleiht ein unglaubliches Gefühl von Leben. Mir zumindest.

So, jetz auch erstma wieder gut mit dem pseudo-intellektuellen Gesülze. Ihr wisst was ich meine. Denn so schwierige ist die Musik nun auch wieder nicht. Nur halt vielleicht nicht für jedermann. Als Fazit beibt: auch wenn M83 definitv kein Newcomer mehr ist – immerhin schon sechs Jahre und vier Alben aufm Buckel – und sich auch schon längst aus dem Untergrund rausgespielt hat – Videos rotierten schon auf MTV2 etc. – ist es für mich immernoch so eine Art Geheimtipp. Niemand, dem ich bis jetzt von einer meiner Lieblingsbands 2007 erzählt hab, hat auch nur irgendwas damit anfangen können. An Songtiteln kann ich neben den oben genannten noch unbedingt „Car Chase Terror“, „America“ und „Teen Angst“ von den schnelleren sowie „Let Me Burn Stars“, „Lower Your Eyelids to Die with the Sun“ und „Run Into Flowers“ von den langsameren Stücken empfehlen. Allerdings handelt es sich bei allen um Titel von den ersten drei Alben. In das neueste hab ich mich noch nicht lang genug reingehört 😉

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