nicht einfach nur ’ne fabelgestalt

21. Januar 2008

Das ist jetzt ein gutes Jahr her, dass mir ein Mixtape in mp3-Form zugeflogen ist, auf dem echt guter Underground-Stuff aus dem verruchten Genre des deutschen Hip Hop versammelt wurde. Das geile ist, dass so gut wie kein Gangstashit verbreitet wird, sondern hauptsächlich witzige, intelligente und tatsächlich sozialkritische (im Sinne von: Scheissverhältnisse anprangernde, nicht feiernde) Tracks. Besonders beeindruckt hat mich der Flow eines bestimmten Künstlers, der im Stück „Ossiland“ den Tagesablauf von Ronny beschreibt, einem arbeitslosen Nachwuchsnazi aus dem wunderschönen MeckPom. Als es in den nächsten Songs um einen Nachtwächter in einem Museum, einen depressiven Altenpfleger und um den durch Pilze hervorgerufenen Trip ins Salamanderland ging, hatte derwirklichgutejunge einen neuen Fan in mir gefunden.

Angry Teng ist ein afghanisch-stämmiger Rapper aus Bonn, der seine Jugend wohl lieber damit verbracht hat, sich über die Welt Gedanken zu machen und in Reimform zu pressen, anstatt in U-Bahnen rumzuwüten, wie es erwartet wird. Guter Rebell.
Jetzt ist sein Debut-Album „Nich zu fassen“ [Edit: Angry teng persönlich hat mich darauf hingewiesen, dass man das „nicht“ ohne t schreibt :-)] draussen, das irgendwo zwischen Märchen, Science-Fiction, Sozialkritik und Alltagsbeobachtungen jenseits des Ghettos schwankt.
Weil es so ziemlich das einzigartigste im deutschen Hip Hop ist, dass ich die letzten Monate gehört habe, der dringende Tipp, sich das mal anzuhören.

Myspace

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4 Responses to “nicht einfach nur ’ne fabelgestalt”

  1. Sebastian Says:

    Jaja, die Münchner 🙂

  2. saripari Says:

    Ach, Blumentopf ist sowas von Standard 😀

    Aber dein Teng Typ rappt nicht nur gut, der sieht auch noch lecker aus. Ist der noch Single?

  3. simon Says:

    Sicherlich nicht schlecht! Übrigens gibt es durchaus auch richtig geilen aktuellen deutschen HipHop, fernab von Gangster Getue. Ich habe mich lange auch an diesen Kram geklammert und höre ihn natürlich auch noch gerne, aber man muss nur die Augen offen halten und mal woanders, als in Berlin suchen.

  4. Sebastian Says:

    @Sara: Hab ihn nicht gefragt, sorry.

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