It’s About Damn Time

29. August 2008

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Kanns da was besseres geben, als die zwei Harros von eben, die das Niveau wieder heben.

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So, nach Wochen der Lethargie bezüglich aller Belange meines Lebens, habe ich beschlossen, mich wieder in die sogenannte Gesellschaft einzugliedern. Neben den gewohnten Dingen wie Nahrungsaufnahme, einer geregelten Tätigkeit (Job?) nachgehen, amerikanische Serien konsumieren und soziale Kontakte pflegen, Alkoholkonsum und exzessiven Parties gehört dazu auch das Verfassen des ein oder anderen Eintrags auf diversen Blogs. Ich hab nen ultra-stressigen Umzug in die Hauptstadt Norwegens hinter mir, bin gerade mal einen Tag in der Agentur und bekomme schon vom Kollegen zu meiner rechten – seines Zeichens nebenbei lokale DJ-Größe – den neusten ‚hicen shice‘ in Sachen Clubmusic zugeflüstert. Ich merk schon, ich muss irgendwie meinen Arsch immer erst in nördliche Hemispheren hieven um wieder an gute, mir noch unbekannte Musik zu kommen. Die Skandinavier, tsts.

Wie auch immer. Ich muss ja selbst bekennen, dass mir die Leute von Ed Banger, Kitsune, den ganzen kleinen Berliner Labels und viele der dazugehörigen Refixer schon seit geraumer Zeit nicht mehr das geben, was sie vor zwei Jahren getan haben. Was soll ich sagen, es hat sich ausgehört mit Nu-Rave und Konsorten. Sie haben die Clubszene auf jeden Fall gehörig aufgemischt, einen Hype wie seit Jahren schon nicht mehr ausgelöst. Doch irgendwie hab ich das Gefühl, es kommt nicht viel nach, sie treten auf der Stelle. Es wird kreuz und quer gefeatured und geremixed (nebenbei mal ein Hoch auf Neudeutsch) aber was wirklich neues kommt nicht dabei raus. Man hat jeden Beat, jede Stimme ja doch schon irgendwann mal gehört.

Naja, und dann hat mir eben wie gesagt heute mein Kollege folgende Worte zugehaucht: Top Billin. Alter! Nie gehört, aber die zwei Finnen scheinen die skandinavische Szene schon seit geraumer Zeit im Griff zu haben. Wohl nur noch eine Frage der Zeit bis Welle nach England und Frankreich schwappt um dann irgendwann mit gehörigem Abstand auch in Deutschland zu landen. Denn überhaupt scheint gerade ein stilistischer Umbruch im Gange zu sein. Weg von den harten Miami Beats zu einer Renaissance des Baltimore Club, bei dem hierzulande der Name Diplo vielleicht dem ein oder anderen ein Begriff ist. Der Herr fand auch schon mal in meinem ‚Which City Would Win This Battle?‘ Beitrag kurze Erwähnung.

Ich gebe ja zu, was die Jungs da machen ist keine Musik-Revolution. Und trotzdem habe ich das Gefühl, etwas zu hören, was mir in dieser Form noch nicht in die Ohren gekommen ist. Es erinnert in der Machart vielleicht ganz entfernt an Leute wie Tittsworth, Girl Talk oder Chew Fu aber dann auch wieder gar nicht. Und ja, auch hier kennt man jedes zweite Sample in- und auswendig. Irgendwie ist es mir hier jedoch egal. Ich weiß auch nicht, vielleicht sind es einfach die Arrangements die mich überraschen, dabei neu erscheinen und mich endlich wieder unendliche Lust verspüren lassen, den nächsten besten Club aufzusuchen um mal wieder gehörig abzufeiern.

Und damit ihr endlich auch in den Genuss dieses von mir so hoch gepriesenen Duos kommt, hab ich mal sämtliche Blogs und Freebie Seiten abgegrast und ein schmuckes kleines ZIP zusammengestellt, welches hier euch jetzt in den nächsten zwei Wochen hier runter- und reinziehen könnt. Besonders empfehlenswert aus meiner Sicht: Hoes & House, My Girl Wants To, One Last Time und San Fran. Enjoy yourselves, bitches!