Nikes On My Feet

24. Juni 2010

Faszinierend, dass ich mich immer noch manchmal hierher zurückgezogen fühle. Es ist ein bisschen so, als hätte man sein eigenes kleines Versteck, in dem man seine Schätze vergraben kann. Eine Flaschenpost, die von Fremden geöffnet wird – wenn sie überhaupt jemals ankommen sollte.

Aber so muss man das mit Dingen machen, die einem am Herzen liegen: sie sind kleine, kostbare Geschenke, die man irgendwie wertschätzen muss. So ist es mit der Musik – Musik ist ein wunderbares, universal funktionierendes Geschenk, und ich könnte mir kein Leben ohne vorstellen (aber wer könnte das schon?).

Hier ist ein Song, den ich sehr gerne auf ein „Best Of“ Mixtape packen würde – oder ein Mixtape für jemand ganz besonderes. Ich sagte ja bereits: das ultimative Geschenk (selbstverständlich in seiner Zusammenstellung abgerundet, man muss es ja schon personalisiert darstellen) ist die Musik. Mac Miller hat es jedenfalls richtig gemacht.

Dieses perfekte Intro, genau so eben, wie ein verspielter Song sein sollte – das Video ist sozusagen das Geschenkpapier, etwas das glitzert und funkelt und über das man sich freut, diese ersten paar Sekunden, bis der Beat einsetzt.

Und dann kommt er, der Beat, und zerschlägt einen komplett in alle Einzelteile, weil er so zerhackstückelt melodisch daherkommt. Wem soll da nicht das Herz aufgehen? Wer braucht da schon Geburtstagstorte, Familienfeier, Saufgelage? Das ist das ultimative Geschenk. Ein Song, der sich ins Gehirn und von dort in das Herz bohrt.

Dabei ist das auch noch so eine Hymne, dieses Nikes On My Feet – die Ode an den Lieblingsschuh. Was so kindlich wirkt – ein bisschen aufgesetzt, arrogant, und so oberflächlich, das Schuhgeschwafel – ist eigentlich nur die Entspanntheit der Jugend. Und das macht das ganze noch am schönsten: dass es so wahr ist, und dass sich jeder an dieses Lebensgefühl erinnert.

Ich sagte ja bereits: es ist ein Geschenk. Und wer auch immer das noch lesen möchte, der sollte sich freuen.

Advertisements