Ich fang mal mit Namedropping an, Google freut sich und ich hab‘ eine Begründung, warum dieses ungaubliche Album einfach untergegangen ist. Los geht’s also:

Es ist 2002, das Musikjahr beginnt mit dem Kracheralbum „Neon Golden“ von The Notwist. Dann kommt lange Zeit nichts bekanntes mehr, bis Muse im Juli mit Hullabaloo die Lücke zwischen „Origin Of Symmetry“ und „Absolution“ schließen. Dann geht’s so richtig los: The Vines debütieren mit „Highly Evolved“ ziemlich erfolgreich, schon allein wegen Singles wie „Get Free“ und „Outathaway!“. Bright Eyes (aka. Conor Oberst) schaffen ab August den Durchbruch in Europa, Coldplay kommen mit „a rush of blood to the head“ noch viel größer raus als vorher mit „Parachutes“. Beendet wird der Monat von den Queens Of The Stone Age, die mit „songs for the deaf“ absolut alles richtig gemacht haben. Im Oktober erscheint dann Dredg’s grandioses „El Cielo“ und Broken Social Scene räumen mit „you forgot it in people“ bei den meisten Kritikern ab, bevor im November mit „Yanqui U.X.O.“ die (bisher) letze Meldung aus dem Zentrum des Post-Rock von Godspeed You! Black Emperor erscheint. Mehr beachtet werden in diesem Monat aber die Supergroup Audioslave mit ihrem selbstbetiteltem Album sowie System Of A Down’s Versuch mit „Steal this album!“ an den Erfolg von „Toxicity“ anzuknüpfen. Kein schlechtes Jahr also für Musikfreunde.

Aber das (für mich) größte Album dieses Jahres und (bisher) aller Zeit findet in diesem Jahr gar keine Zeit zum Luft kriegen, erscheint es doch kurz nach den Vines. Vielleicht kommt es auch generell zur falschen Zeit, denn es ist ja eher die Zeit der Retrospektive als der Zukunftszugewandheit, soundmäßig zumindest. Es kommt wie es kommen muss, das Album wird wenig beachtet, Produzent und Labelchef Ross Robinson gibt die in die Band gesetzte Hoffnung auf. Die Band wird wegen mangelnden Erfolges schon Ende des Jahres vom Label gedropt und trennt sich dann kurze Zeit später. Jetzt aber ersteinmal zum Anfang. Den Rest des Beitrags lesen »

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Jako… wer?!

28. Januar 2008

Jakobínarína. Gut, offensichtlich befinde ich mich gerade im Schreibwahn. Ich weiss auch nicht warum ich gerade dieses erhöhte Mitteilungsbedürfnis verspüre, aber dafür werde ich diesmal versuchen es kürzer halten.

Jakobínarína sind sechs isländische, blutjunge, wütende und, wenn ich dass mal so sagen darf, scheiß arrogante kleine Wichser. Aber sie machen nun mal, trotz ihres Alters (alle so um die 19 – 21) und trotz ihrer rotzfrechen Hochnäsigkeit gute Rockmusik im Stile der Arctic Monkeys, Kooks, Dirty Pretty Things, Hives und wie diese alten neuen Hypebands nicht alle heißen. Und seit ihrem Auftritt bei den Iceland Airwaves letztes Jahr – dieses Festival steht auf meiner ‚Things To Do In Life‘-Liste übrigens ganz oben – werden diese großmäuligen Milchgesichter nun auch von einigen Szenegängern als der neue heiße Shice gehandelt. Sozusagen noch echter Undergroud-Shit! Yo! Der Durchbruch in Europa oder sonstwo ist ihnen bisher noch nicht gelungen, auch oder gerade wegen einer völlig verkorksten und am Ende abgebrochenen Tour letzten Herbst und Winter (ab Mitte Februar aber 7 bestätigte Konzerte in Deutschland). Vielleicht liegt es aber auch daran, dass man sich mit Sätzen wie „Außer uns kennen wir z.Zt. keine einzige gute Band.“ nicht gerade viele Freunde im Business macht…

Vor ein paar Monaten hatte ich auch die Gelegenheit, die Jungs in Kopenhagen vor einem Mini-Publikum in persona zu sehen. Ein isländischer Freund, der mich überhaupt erst auf die Gruppe aufmerksam gemacht hatte, hatte mich da hin gezerrt. Auch live haben sie einiges drauf, nur sah man ihnen die Enttäuschung über die geringe Zuschauerzahl zu jeder Minute an und machten sie ihre durchaus passable Performance durch übertriebenes Rockstargehabe und unnötig abfällige Bemerkungen kaputt.

Auch wenn diese Combo mit einem ganzen Haufen Talent, einem charismatischen und stimmgewaltigen Frontmann sowie gutem Stil gesegnet ist, weiss ich nicht ob ihnen mit diesem Auftreten jemals der ganze große Wurf gelingen wird. Und ehrlich gesagt weiss ich auch nicht, ob ich ihnen das wünschen würde…

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