Putpat.tv

8. Juni 2009

So, jetzt tauche ich doch nochmal hier auf 🙂 Und zwar möchte ich augenblicklich nicht über einen Song oder Künstler reden, sondern mal ein neues „Medium“ für Musikübertragung vorstellen: PutPat.tv.

Ich hab mich vor einigen Tagen mal mehr oder weniger aus Neugier angemeldet. Das Teil ist noch in der Betaphase, deshalb hab ich eigentlich gar nicht damit gerechnet, dass die mich zum testen einladen. Aber siehe da: Zwei Tage später hab ich die Mail im Postfach und seitdem bin ich abhängig.

1. Putpat spielt Musik, wie es ein Musiksender tut. Ohne lästiges Programm, keine Handywerbung, die Auflösung ist pervers geil und die Bedienung kinderleicht. Da es nicht so viele Funktionen gibt (und ich plädiere für das Motto: Weniger ist mehr!), kann man kaum was falsch machen. So intuitiv, so großartig.

2. Es gibt vorinstallierte Channel (ich habe mich in „Retro“ verliebt) und es gibt die Möglichkeit, seine eigenen Lieblinge spielen zu lassen. Dafür gibt man eine Auswahl der Künstler an, die man gerne hören würde und kann in einem süßen „Equalizer“ einstellen, wie viel Prozent jeder Künstler erhält (also die quantiative Spielrate). Das beste ist, dass das ganze Last.FM-Kompatibel ist. Man gibt seinen Account-Namen an und schon hat man sozusagen seinen eigenen „Empfehlungs-Channel“. Nur scheint es irgendeinen Fehler zu geben: Bei mir wird ständig Kylie Minogue gespielt… ein Phänomen… 😉

3. Klar, jetzt könnte man sagen: Langweilig. Das gleiche habe ich schon in Form von YouTube und Last.FM usw. Das stimmt aber so nicht ganz. Ich habe jetzt Sender, die wirklich gut sind, Videos in hochqualitativer Auflösung und die passenden Songs dazu. Das macht Spaß und lenkt ein bisschen davon ab, dass ich das Medium „Musikfernsehen“ schon totglaubte. PutPat macht das richtig, was MTV und Viva falsch machen.

Ich hoffe wirklich inständig, dass der Sender kostenlos bleibt. Klar müssen die sich auch monetarisieren, ich nehme die Werbung gerne in Kauf (so lange sie nicht alle 10 Sekunden auftaucht oder gar hochgepitchte Viecher promoted, die man sich auf sein Mobiltelefon laden kann) dafür, dass das einfach geil ist.

Jedem also zu Empfehlen: Auf PutPat steuern und eine Einladung zum Betatest abgreifen 🙂

Zwei Monate rum, es ist wieder Zeit für nen Artikel 😀

Bin ich froh, dass ich endlich Flying Lotus gefunden hab! Einer seiner Tracks war mir schon vor Ewigkeiten äußerst positiv in einem Live Set von Machinedrum aufgefallen, ich konnte mir aber nirgends in den Weiten des Internets die Setliste besorgen. Und soweit, dass ich jetzt rumgegangen wäre und allen Leuten in meiner Umgebung, die was von Musik verstehen, diese zwei Minuten vorgespielt hätte, ging die Liebe dann auch nich. Eigentlich hatte ich schon aufgegeben, bis eben vor kurzem einer meiner Kollegen die ‚Reset EP‘ von eben diesem Flying Lotus spielte. Dieser eine bestimmte Song, den ich gesucht hatte, war zwar nicht dabei, aber es klang verdächtig nach der Person die ich gesucht hatte. Lange Rede, kurzer Sinn, es stellte sich heraus, er war es und der Track ein Remix von ‚My Room Is White‘ von Mia Doi Todd. Seitdem hab ich mir so ziemlich alles besorgt, was dieser Herr aus Los Angeles produziert hat und bin hellauf begeistert. Supernice, gechillte Beats im Stile eines J Dilla. Wo mir Jay Dee manchmal ein bisschen zu technisch und verspielt ist (= innovative Beats, die aber einfach nur noch ‚weird‘ sind), trifft es Flying Lotus genau richtig. Nicht zu viel um es nicht mehr zu verstehen aber auch nicht zu wenig um langweilig zu sein. Wer es etwas HipHopiger mag sollte sich die Alben ‚July Heat‘ und das von ihm noch nichtmal richtig fertigegestllte aber schon im Internet kursierende  ‚1983‘ reinziehen. Wer es etwas technischer mag, ist mit ‚Los Angeles‘ gut bedient. Hier nun der besagte Remix, der mir einst schlaflose Nächte bereitet hat und für mich immernoch einer seiner besten Tracks überhaupt ist:

Nun was ganz anderes, und zwar Tokyo Police Club. Die vier jugen Kanadier machen schönen, happy Indie/Post Punk mit äußerst catchigen (Sidenote: ich entschuldige mich übrigens explizit dafür, dass mir anscheinend die Macht über die deutsche Sprache immer mehr zu entgleiten scheint und ich mich nur noch mit so halb-verkrüppelten Anglizismen wie diesem ausdrücken kann) Melodien. Sie klingen immer ein klein bisschen überdreht und irgendwie unter dem Zwang ihre Songs ganz schnell zu Ende spielen zu müssen, weil sie noch wo hinmüssen. Aber das macht in meinen Augen gerade den Reiz aus. Zudem finde ich, dass sie in all ihren Low Budget produzierten Videos sowas von sympathisch aussehen, dass man sie die ganze Zeit nur knuddeln will. And I am not gay. Das einzige ‚richtige‘ Album ‚Elephant Shell‘ ist fast durchgehend mit Note 1 zu bewerten, die EP ‚A Lesson In Crime‘ und die Elephant Shell Bonus Disc mit Remixen fallen dagegen ein bisschen ab. Achja und den RAC Remix von ‚Be Good‘ will ich übrigens heiraten. Hier ‚Your English Is Good‘ mit einem für meinem Geschmack etwas zu klischee-igem 8mm-der-Sommer-ist-bald-da-Juchhei Look.

Deaf Center ist eines der vielen Projekte (u.a. noch das z.zt. recht erfolgreiche ‚Svarte Greiner‘) von Erik K. Skodvin, der zufällig einer der besten Freunde meines Praktikantenkollegen Stian ist. Letzterer hat mich natürlich auch erst auf das schiefe Brett gebracht, dass die Musik ist, die dieser junge Norweger da produziert. Laut eigener Aussage ist das Genre ‚Dark Ambient‘ während er im speziellen etwas mit Streichern, Klavier und Unmengen an technischem Gerät produziert, was er ‚Acoustic Doom‘ nennt. Es zu beschreiben ist schwer, ein bisschen wie ein vollgedröhntes ‚Pure Moods‘, dass sich die Pulsadern aufschneiden will. Es ist äußerst düster, veträumt, nicht selten traurig bis schwer depressiv. Der wohl treffendste Begriff den ich bis jetzt dafür gehört hab, ist ‚Soundscaping‘. Am besten ihr hört es euch selbst an. Das Album ‚Pale Ravie‘ wird in gewissen Kreisen als eine Art Meilenstein der Musik gehandelt, ‚Neon City‘ kommt etwas elektronischer daher und den Rest hab ich leider noch nicht anhören können. Das hier ist übrigens kein offizielles Video, aber das Beste was ich finden konnte.

The Bloody Beetroots sind ja fast schon ein bisschen outdated, wenn man mal davon ausgeht, das Ed Banger und Konsorten ihre besten Zeiten wohl hinter sich haben. Trotzdem ist es gut zu sehen, dass in diesem Genre noch etwas produziert wird, was ein wenig hervorsticht aus dem, was in meinen Augen in letzter Zeit doch recht ‚einheitsbreiig‘ geworden ist. Warum genau sie in meinen Augen irgendwie anders klingen, kann ich leider auch nicht sagen, die Anleihen an Justice oder Krazy Baldhead sind ja nun wahrlich unverkennbar – vorallem der unglaubliche harte Bass. Vielleicht liegt es einfach daran, dass sie aus Italien kommen 😉 . Und auch wenn mir bei solch geballtem Hipsterism fast das Kotzen kommt, will ich unbedingt mal auf so eine Party.

So, jetzt noch ganz schnell etwas, dass ich noch zuwenig kenne um länger etwas darüber schreiben zu können. N.A.S.A. scheinen die neuen Lieblinge der amerikanischen Hipster Szene zu sein, zumindest soweit, wie eine HipHop produzierende DJ Combo das werden kann. Auf ‚The Spirit Of Apollo‘ haben sie jedenfalls ne ganze Latte ungewöhnlicher Collabos auf die Beine gestellt. Und sie haben ein Video gemacht, das bei jedem  Designer, der in derzeitige Illustrationstrends verliebt ist, multiple Orgasmen hervorrufen sollte.

P.S. Girl Talk ist live wirklich fast so gut wie ich ihn mir immer vorgestellt hab *schwärm*.

Nach sage und schreibe zwei Monaten+ bring ich es doch tatsächlich endlich mal wieder auf die Reihe einen Artikel auf unserem seit geraumer Zeit dahinsiechenden musikalischen Kollektivblog zu verfassen. Whoopee. Naja, immerhin wird der dafür wieder ein bisschen länger 🙂 Meine iTunes Library wächst ja Woche um Woche um mehrere 100MB (Ohne Mist, ich hab mittlerweile nur noch 3GB von 60 auf meinem guten alten iBook frei, weil knapp 40 mit Mucke voll sind. Alles andere, wie Fotos etc. wird bereits nur noch auf der externen gespeichert…), aber die Sachen, die ich mir dann auch über eine längere Dauer anhören kann, sind doch recht überschaubar.Wie schon beim vorletzten Mal, hier also wieder vier Bands, die sich zu diesem erlauchten Kreis zählen können.

Auf die Australier The Presets bin ich, wie so oft, in meinem Praktikum gekommen (AirTunes baby!). Am Anfang gar nicht für voll genommen und erst als einer meiner Kreativ Chefs in die Runde schrie „Who’s playing that gay music?!“ mal richtig hingehört. Was jetzt nicht heißen soll, dass ich immer erst beim Stichwort ‚gay‘ hellhörig werde. Obwohl, in der Agentur eigentlich schon, weil die Bezeichnung dort aus irgendeinem Grund neben seiner ursprünglichen noch eine Art neidisch-postive Bedeutung hat. Egal. Jedenfalls hören sich die zwei Jungs für mich wie eine Mischung aus Depeche Mode (60%), Shiny Toy Guns (30%) und Junior Boys (10%) an. Allein wegen dieser Namen sollte man sie sich schon mal geben. Das Album ‚Apocalypso‘, über welches ich hier im Speziellen referiere, ist zwar nicht durchgängig ein Burner, aber fast. Auch wenn es zwischendurch ein paar Durchhänger hat – davon aber auch gute, wie z.B. ‚Aeons‘ –, Songs wie ‚Kicking and Screaming‘, ‚This Boy’s In Love‘ oder ‚My People‘ reissen es immer wieder raus bzw. mich mit. Ein weiterer Plus der Beiden: sie machen killer Videos. Et voilà, hier der Beweis:

Wie ich über The Glitch Mob gestolpert bin, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht mehr genau. Ich weiß nur noch, dass ich zuerst auf eines ihrer Crew Mitglieder, edIT, aufmerksam wurde. Aber woher der wieder kam, keine Ahnung. Ich muss zugeben, der Mob, wie auch as gesamte Genre sind noch relativ neu für mich. Auch wenn  mir Glitch bzw. Glitch Hop zwar schon seit Bands wie Machindrum, Glitch Bitch, Jahcoozi oder Kid606 bekannt ist, so richtig befasst hab ich mich noch nie damit. Dafür konnte ich mir die ganzen eben genannten nie lang genug anhören, mit Ausnahme von Machinedrum vielleicht. Irgendwann wurde es einfach zu nervig.  Obwohl, laut Wikipedie zählt ja angeblich auch Prefuse 73, eine meiner All-Time Favorites überhaupt, auch zu diese Art Musik. In meine Augen allerdings völliger Blödsinn – die sind vielleicht irgendwo Hip Hop (Beats) und Ambient (Tempo), aber nicht Glitch. Ich drifte schon wieder ab. Zu The Glitch Mob bleibt mir eigentlich nicht viel zu sagen, außer, dass ich schon lange nichts mehr gehört hab, was so zwanghaft einen Bewegungsdrang bzw. zumindest härtestes Kopfnicken in mir ausgelöst hat, wie eben das. Ich bin im Moment noch dabei mich durch die ganze Crew – neben edIT, noch Boreta, Kraddy und Ooah – zu hören aber bis jetzt nehmen die sich eigentlich alle nichts. Die gemeinsamen Mixtapes sind eh der Hammer, die Jungs scheinen sich perfekt zu ergänzen. Auf jeden Fall ab jetzt ganz oben in meiner Liste der Bands, die ich unbedingt ganz bald  live sehen mus. Auch – oder gerade weil – die Typen sichtlich Spaß an ihrer Arbeit haben.

Über MGMT wollt ich eigentlich schon länger mal was schreiben, aber so überragend, dass die ihren eigenen Artikel bekommen würden, sind sie dann auch nicht, hehe. In Norwegen kommt man an denen eh schon lange nicht mehr vorbei – nach Download Statistiken sind die hier die absolute Nummer eins des letzten Jahres. Und auch in Dänemark scheint man auf den Geschmack gekommen – als ich kurz vor Weihnachten in Kopenhagen war, lief ‚Kids‘ in irgendsoeinem über-hippen Designer Klamotten Laden auf Dauerschleife. Als ich mich dort langweilte, währen meine Freunde gerade treasure hunting waren, kam übrigens gerade Trentemøller reingeschneit. Is halt doch ein Kaff 😉 . Anyways, in Deutschland sind sie wahrscheinlich ebenfalls längst im Mainstream gelandet – ich habs nur wieder noch nich mitbekommen. Ich selber hab sie auch erst entdeckt, als ich damals auf dieser That’s It That’s All Premiere war. Da war ‚Kids‘ nämlich einer der wenigen guten Stücke im Soundtrack. Und ich bin mir fast sicher, dass ich das gleiche Lied schon in irgendeinem anderen Snowboardmovie schonmal gehört hab. Aber im Grunde genommen sind die zwei Jungs auch nicht mehr als das – perfekte Hintergrundmusik für Schneebrettfilme. Eingängige Melodien, angenehmes Tempo, 80ies Touch. Ohne irgendeine visuelle Ablenkung finde ich die hohen Stimmen auf Dauer zwar etwas nervig, trotzdem auf jeden Fall empfehlenswerte Mucke. Neben ‚Kids‘ sind für mich auf dem Album ‚Oracular Spectacular‘ noch ‚Time To Pretend‘, ‚Electric Feel‘ und ‚Of Moons, Birds & Monsters‘ herausragend.

So, bei Robots In Disguise fasse ich mich jetzt kürzer, langsam werden die Finger müde. Auch nicht mehr ganz taufrisch, hab ich die entdeckt, als ich irgendwann mal gelesen hab, dass Chris Corner / IAMX deren drei Alben produziert hat. Auch wenn mir die zwei British Ladies rein äußerlich aus irgendeinem, mir auch selbst noch nicht ganz verständlichen Grund, irgendwie unsympathisch sind, so kann ich nicht leugnen, dass ihre Musik nicht von schlechten Eltern ist. Da ich im Moment keinen Bock hab irgendwelche Vergleichsbands rauszukramen (ok, spontan vielleicht Le Tigre und ein bisschen auch die Band mit dem schönsten Frontrfauen Trio der Welt, Tilly and The Wall), schaut bzw. hörts euch einfach selber an. Empfehlenswerte Tracks: ‚Turn It Up‘, ‚Argument‘, ‚D-I-Y‘ und ‚Boys‘.

P.S. Achja und im Moment geh ich aus irgendeinem Grund noch tierisch auf Rihanna’s „Umbrella“ ab. Schlimm schlimm 😉

P.P.S. Und kann mal bitte irgendwer wieder das Theme ändern. Das hier ist ja grauslich…

Stress

2. Mai 2008

Ah! Ich komm nich zum Schreiben! Darüber, wie viel schöne Musik es gibt, welche neuen Hypes ich verfolge, Genres, die mir zugänglich gemacht wurden!

Deshalb gibt’s jetzt erst mal das neue Video von Justice, „Stress“, einen Track, den ich immer schon ziemlich beschissen fand. Er geht halt auf dem sonst so wunderbaren Album eher unter. Das Video ist, und ich glaube, damit habe ich den neutralsten Ausdruck gewählt, den man dafür finden kann – recht cool. Interessanterweise wird es wohl nicht auf MTV und Co laufen, wurde dafür aber auf Kanye West’s Blog veröffentlicht. Whoop-dee-doo.

Konichiwa Bitches

11. April 2008

Wo wir schon grad schon bei hautengem Glitzerfummel sind – was macht man, wenn die 90er Jahre „Karriere“ als mittelmäßige R’n’B-Eurodance-Schnulzen Sängerin schon lange lange vorbei is, man nichts anderes vorzuweisen hat, als dass man aus Schweden kommen, nichts anderes kann als verhältnismäßig gut aussehen und irgendwie wieder zurück ins ‚Biz‘ will? Genau, man ändert seinen Musikstil dem derzeitigen Trend entsprechend, macht einen auf Uffie, Yelle und wie sie alle heissen und übernimmt deren Videostyle gleich mit – so wie Robyn. Ist wohl einfacher als sich nochmal komplett neu zu definieren.

Das Schlimme is nur, dass a) das Video (auch wenn nicht gerade eines ihren neuesten aber dennoch besten) sogar recht nett gemacht is, b) die Musik hier zwar solalala und ansonsten stark poppig, doch ansprechend ist und c) ich diese Frau aus irgendeinem Grund (ok, naturally – Schwedin…) verdammt heiß finde. Ich hoffe nur, dass nicht irgendwelche längst vergessenen deutschen Dancefloor Acts auf die gleiche Idee kommen – die sehen jetzt, 10 Jahre später, garantiert nicht mehr so knackig aus…

Jung, dumm, glücklich

26. März 2008

Das Niveaugefälle zwischen kleiner Indieperle und grobschlächtigem Bierzeltwahnsinn lässt sich eindrucksvoll aufzeigen, wenn man eine einzelne Thematik (z. B. jugendliche Naivität) aufgreift und verschiedene Wege, diese musikalisch aufzuarbeiten, gegenüberstellt.

Gut:

Beschissener Dreck:

Habs zwar auf meinem Blog schonmal gepostet aber what the hell. Ein weiteres Beispiel wie wunderschön man die Musik von M83 in Szene setzen kann:

Ich habe es schon im Dezember geahnt: Das wird eine ganz schreckliche Mitgröhl-Hymne. Die wird schneller von Stadtfest-Prolls vereinnahmt werden, als ihr Emanuela! rufen können. Gefällt mir garnicht.

Schwellenmusik

29. Januar 2008

Ich hab was festgestellt.

Es gibt zwei „Arten“ der Musik. Es gibt einmal die „Momentmusik“, die einen zu einem bestimmten Moment im Leben prägt- also, zum Beispiel ist das bei mir „Sail Away“ von David Gray, ich muss dann immer an sommerliche Tage im Gras denken bei einem kalten Bier und guten Freunden (und ein bisschen verliebt sein und Schmetterlinge und so ein Rotz), aber verbunden mit Melancholie, weil auf einmal dunkle Wolken aufziehen- naja, ist ja auch egal. Es ist auf jeden Fall ein bestimmtes Gefühl, oder eine Erinnerung, die damit verbunden ist.. Synästhesie nennt man das in der Kunst glaube ich.

Also, Momentmusik. Aber dann gibt es noch eine andere Art, viel subtiler, nicht ganz so leicht zu identifizieren. Das ist die „Schwellenmusik“, also das sind jetzt keine rechtlichen Begriffe oder so, man mag es nennen wie man will, ich nenne es halt so… Schwellenmusik. Das ist wenn man wie auf einer Türschwelle steht- zu einem anderen Leben. Zu einer anderen Phase, ein neuer Weg wird angetreten. Warum das so schwer zu identifzieren ist, liegt wohl daran, dass man meistens erst Jahre später merkt, dass das so eine Schwelle war. Manchmal aber auch früher, und so geht es mir momentan.

Ich habe letztes Jahr „The Knife“ kennengelernt. Wenn ich die Tracks höre, verbinde ich das meistens mit einem bestimmten Gefühl, nämlich so, wie es mir letztes Jahr ging, zu diesem Zeitpunkt, als ich echt ausschließlich nur The Knife gehört habe, tagelang, nächtelang, durch und durch. Ich denke, wie alles andere ist das ’ne Geschmackssache, aber für jeden Synth-Pop, Electro, House und auch Indie Fan sollte dem Duo eine Chance gegeben werden. Es ist anders, seltsam, aber fucking good.

Anyway- eigentlich also Momentmusik, ne? Davon war ja eben die Rede, das man was damit verbindet. Aber das is noch viel mehr. In diesem Jahr hat The Knife mit mir eine Veränderung durchgemacht, oder besser, ich mit The Knife. Dinge haben sich geändert, ich habe mich geändert. Das ist als würde man Umziehen, aber das einzige, was man dabei wirklich mitnimmt- die Musik.

Es ist das erste und einzige Mal, dass ich bewusst diese „Veränderungsmusik“ wahrnehme. Diese Monate, die ich mit „The Knife“ verbinde, das waren die seltsamsten, anstrengensten meines Lebens, davor war alles anders und danach war alles anders… aber dazwischen war The Knife, dazwischen war vor allem „Heartbeats“, vor allem „Pass This On“… das ist Musik, die mich ernährt hat, in einer Zeit, in der ich nicht mal mehr wusste, was Hunger war.

Und weil es kürzlich erst in einem Gastkommentar erwähnt wurde: Die Videos sind auch der Hammer. Hier mein absoluter Favourite von The Knife (oh ja, endlich mal konkret sagen können, dass ich einen Liebling unter vielen habe!) und das passende Video dazu: Pass This On.

Auch wenn man schwer kategorisieren kann, was eigentlich was ist- und obwohl The Knife wirklich das einzige Element ist, dass ich DEFINITIV dieser Schwellenmusik zuordnen würde, jedenfalls bei mir- gibt es auch noch andere, die das bei mir ausgelöst haben. Nicht so krass, viel, viel versteckert, aber es war da, die Veränderungen waren da und die Begleitmusik dazu auch. Darunter gehören auf jeden Fall:

Radiohead, Incubus, und so peinlich das jetzt klingen mag, Eminem. Wenn ihr wisst, was ich meine, dann würde es mich echt interessieren, was eure „Schwellenmusik“ so beinhaltet?

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Now playing: X District – Color Correction
via FoxyTunes

Good Music & Good CGI

27. Januar 2008

Ich wollte nur mal kurz erwähnen das ich Musikvideos liebe. Vorallem oder eigentlich einzig und allein gute Musikvideos. Das sind meistens schon kleine Kunstwerke für sich, bei denen die Musik fast in den Hintergrund tritt, die Macher in meinen Augen Künstler – die Chris Cunningham Sachen für Aphex Twin und Squarepusher, die Videos von Michel Gondry für Björk oder auch die lustigen Spots von Spike Jonze kennen wir ja wahrscheinlich alle. Besonders (mit Hilfe des Computers) animierte Videos liegen in letzter Zeit im Trend. Klar, da ist natürlich auch viel billiger, langweiliger Schrott dabei. Aber es gibt eben auch einige, wunderschön visualisierte Werke. Und die kommen zumeist, wenn auch nicht nur, aus dem elektronischen Bereich. Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass man Musik ohne Gesang einfach besser mit grafischen Effekten visualisiert als mit von Menschen gespielten Handlungen, daran, dass Künstler aus dem elektronischen Bereich den Regisseuren endlich mal freie Hand im Umsetzen ihrere wildesten Fantasien lassen, oder einfach daran, dass es besser ‚zusammenpasst‘. Egal wie, Videos in denen gute Musik und Bild besonders gut aufeinander abgestimmt sind, findet man eben am häufigsten in benanntem Genre. Und wenn man solch einen Diamanten entdeckt hat, kann man ihn stundenlang wieder anschauen / anhören…

Four Tet – Hands

Venetian Snares – Szamár Madár

Autechre – Gantz Graf

Amon Tobin – Verbal

Uffie – Pop The Glock (Sebastian Remix)

+

Kwoon – I Lived On The Moon

Axelle Renoir – Evergreen

Zugegeben, die letzten beiden Links sind alles andere als elektronisch, aber trotzdem wunderschön animiert. Das Video zu Uffie ist auch nicht das Original (ich glaube da gibts keins), sondern das Showreel 2007 von Motion Graphics Designer ‚Dstrukt‘. Achja, und bei ‚Gantz Graf‘ bitte aufpassen, nix für schwache Gehörgänge 😉 Hier aber noch eins von Autechre, was leichter zu ertragen ist: