16 + 1

8. Juli 2009

Fuck, die Abstände werden erschreckend groß. Drei Monate, new personal record. Nichtsdestotrotz wollte ich mal wieder Laut geben und ein – diesmal etwas größeres – Konsortium aktueller Playlist Helden vorstellen. Aufgrund der großen Zeitspanne beläuft sich die Anzahl der neuen Favorites auf sagenhafte, exorbitante, intergalaktische 17 Acts. Hehe. Wer weiß, vielleicht kennt ihr auch schon wieder die Hälfte, aber wenn ihr nach dem Artikel auch nur eine halbe neue Lieblingsband habt, dann hat es sich doch schon sowas von gelohnt.

Bei so einem Wust von Namen und Links werd ich mich diesmal enorm kurz fassen,. Ihr kriegt den Link, das Genre, ein ‚klingt wie‘, einen Satz, das gerade in meiner Playlist laufende Album/EP (wenn noch nix vorhanden,  dann MySpace) und das absolute must-hear Lied. Ach genau, alles was aus Skandinavien kommt, hab ich mit nem fetten Smiley gekennzeichnet. Muss ja mal ein bissi represänten. Enjoy.

Hudson Mohawke. ELECTRONICA / GLITCH HOP. Wie ein Beat Digger der ab und zu mal E schmeißt. Läuft grad ganz groß Gefahr in kürzester Zeit von mir totgehört zu werden – 10mal am Tag reicht nich. Polyfolk Dance + 7×7. „Overnight“

🙂 Ken Ring. HIP HOP. Wie andere schwedischer Hip Hop à la Latin Kings oder Looptroop. Der Sound der ersten Alben erinnert an den des guten alten deutschen Hip Hops um die Jahrtausendwende, stammt ja auch aus der gleichen Zeit.Vägen Tilbaka. „Grabbarna Från Vörorten“

Onra. HIP HOP. Wie J Dilla, nur nicht ganz so verspielt. Nice Beats die man gut beim Arbeiten im Hintergrund laufen lassen kann. Chinoiseries. „The Anthem“

Das EFX. HIP HOP. Wie  East Coast conscious Rap im Stile von EPMD oder A Tribe Called Quest. Erstaunlich Nu Skool dafür dass es so Oldskool ist. Straight Up Sewaside + Hold It Down. „Real Hip Hop“

Bobby Birdman. ALTERNATIVE / OTHER. Wie ein Surf Hippie der mal mit Elektronik rumspielen wollte. Letzteres macht ihn wohl zu weird um jemals wie Jack Johnson über Jahre hinweg in sämtlichen deutschen Coffeebars bis zum erbrechen rauf und runter gespielt zu werden. Giraffes and Jackals. „Invisible“

Fnessnej. INDIE / EXPERIMENTAL. Wie hyperaktive 13jährige mit einem Arsenal von Kinderspielzeug. Live der absolue Hammer, die sind genauso durch, wie sie klingen. Stay Fresh, Ey. „Gewehrwolfgang“

Nosaj Thing. ELECTRONICA / HIP HOP. Wie Flying Lotus. Neckbreaking. Drift. „Light#1“

Two Door Cinema Club. INDIE / ROCK. Wie The Kooks oder Arctic Monkeys nur irgendwie… ähm… moderner? Kein Wunder, dass sich Kitsuné die innerhalb kürzester Zeit unter den Nagel gerissen hat. MySpace. „Undercover Martyn“

🙂 Captain Credible. ELECTRONICA / EXPERIMENTAL. Wie ein Weltuntergangsszenario in dem der Teufel Helium inhaliert. Einfach nur irre, mein neuer Lieblings Live Act. MySpace. „Shooting Elephants On The Serengeti“

Matt & Kim. INDIE / ROCK. Wie genau das was sie sind: Design Studenten, die keine Ahnung von Instrumenten hatten aber ne Band gründen wollten. Äußerst sympathisches Duo mit gute Laune Garantie (hab ich das wirklich grad geschrieben…?). S/T + Grand. „Daylight“

Gang Gang Dance. ALTERNATIVE / EXPERIMENTAL. Wie Animal Collective sagen viele – ich finde nicht. Manche Sachen sind absolut genial, manches geht gar nich. Saint Dymphna. „House Jam“

Clubroot. ELECTRONICA / AMBIENT. Wie Burial, nur ruhiger und nicht ganz so traurig. Whoohoo, endlich eine Alternative zum LowDub Gott! Clubroot. „Radio1 Mix“

🙂 Casiokids. ELECTRONICA. Wie das Resultat einer Affaire des Sigur Rós Frontmanns mit einem Gameboy. Klingt komisch ist aber so und ich krieg im Moment nich genug davon. MySpace. „Verdens Storste Land“

🙂 Bang Gang. ACOUSTIC / AMBIENT. Wie Liebeskummer. Irgendwie bekommen die es hin gleichzeittig kühl und behaglich warm zu klingen. Something Wrong. „Inside“

Grizzly Bear. INDIE / FOLK. Wie depressive Vororthicks aus den Südstaaten. Da muss ich inder richtigen Laune sein. Veckatimest. „Two Weeks“

Statistics. INDIE / ROCK. Wie als würden Plushgun, PlayRadioPlay! und Bright Eyes mal die Rocksäue raushängen lassen wollen. Und wenn sie das so machen würden, wie dieser Junge Mann, immer gerne. MySpace.“Final Broadcast“

+

🙂 Maria Mena. ACOUSTIC / POP. Wie Lily Allen und Kate Bush. Nur dass Misses Mena die zwei rein stimmlich mal gehörig in den Arsch fickt. Cause and Effect. „All This Time“

So, und jetzt noch fünf Videos von eben gennanten Künstlern als Appetithäppchen. Hudson Mohawke, Ken Ring, Two Door Cinema Club, Captain Credible und Casiokids.

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Broken Kelpe of the Li

30. September 2008

Ja, meine Lieben. Schon wieder ein Monat rum und wieder nix passiert auf diesem einst so rege betriebenem Blog. Wasn da los, die Herren und Dame der Schöpfung? Kein Bock, keine Zeit, Musikgeschmack verloren? Naja. Nachdem ich jetzt feststellen musste, das Top Billin gar nicht mehr sooo neu ist, wie ich dachte – ich es nur einfach mal wieder zu spät mitbekommen hatte – versuch ich mich jetzt erst gar nicht wieder in großer Hype Machine Manier wichtig zu machen, sondern schreib einfach über Musik, die mich im Moment sehr glücklich macht 🙂 .

Ja, denn seit ein paar Wochen finden sich vier weitere Bands im erlauchten Kreis meiner 576-was-weiss-ich-das-ändert-sich-doch-eh-ständig Lieblingsbands aller Zeiten wieder. Allesamt wieder über fremde iTunes Libraries bzw. die Zusendung einer Freundin. Ersteres – wie schon ein paar mal erwähnt, mein bevorzugtes Medium auf der Jagd nach neuer Musik – erlebe ich gerade in einer Art Version 2.0. Musste ich sonst, sprich an der Uni, immer ständig selbst durch alle sich mir bietenden und Teils sehr umfangreichen Bibliotheken wühlen, wird mir diese Arbeit im Moment mehr oder weniger abgenommen. Eine Arbeit mit der ich schon ganze Tage vergeudet habe – obwohl mir der Terminus ‚vergeudet‘ hier doch etwas zu negativ erscheint – erledigt es sich gerade von ganz allein. In der Agentur haben wir nämlich diese wunderschöne Erfindung namens AirTunes. Heisst, es steht ein äußerst hochwertiges Soundsystem im Mittelgroßraumbüro auf das jeder via WLAN seine eigen Mucke streamen kann. So hör ich fast den ganzen Tag mir noch unbekannte Melodeien und muss einfach nur mal kurz „Who is that?!“ in den Raum brüllen, schließe mit einem etwas leiserem „Can I have that?“ an und schon hab ich ein Album mehr, was mir den Abend versüßt.

Als da wären folgende:

Der wunderbare Kelpe. Ich glaube, seit Chris Clark und Burial hab ich nie wieder einen Künstler aus dem Electronica Genre so lange Zeit an einem Stück hören können, wie ihn. Leider habe ich im Moment meine Finger nur an sein nicht mehr ganz aktuelles Album „Sea Inside Body“ kriegen können, aber das ist erste Sahne. IDM meets M83. Gibt’s was besseres? Aber überzeugt euch selbst, hier ein Video zum Track ‚Half Broken Harps‘ von seinem neusten Album ‚Ex-Aquarium‘:

Als nächstes, die wundervollen Late of the Pier, die ich kurz danach entdeckte. Für ihr erstes und bisher einziges Album ‚Black Fantasy Channel‘ hab ich ein Weilchen länger gebraucht, um mich hineinzuhören. Aber so ist das ja immer mit den besten. Ich kannte die Band namentlich schon seit einem halben Jahr durch einen Remix ihres Songs ‚Broken‘, der mich zu der Annahme verleiten ließ, sie wären eine von vielen Nu-Rave/Electro Formationen, die zufällig mal zu den Ehren kam, von Portasound gecovered zu werden. As it turns out though, ist es eine Britrock Combo mit sehr vielen Electronica Einflüssen. Am ehesten noch vergleichbar mit den Klaxons. Fand ich am Anfang nur ihren Song ‚Random Firl‘ gut, ist es mittlerweile das ganze Album. Kleiner Tip: die letzten 40 Sekunden von ‚Focker‘ – to die for. Im November übrigens in Oslo – Whoohoo! Hier ihre zweite Album Auskopplung ‚Bears Are Coming‘:

Die dritte im Bunde ist die wunderschöne Lykke Li aus Schweden. Auch sie tat ich einst, nach einmaligem Hören irgendeiner ihrer Songs (weiß nicht mal mehr welcher) als „Nö, mag ich nich.“ ab und beachtete sie trotz mehrmaligem Wiedersehens/-lesens nicht weiter. Nachdem mir aber eine gute Freundin mit exquisitem Musikgeschmack vor kurzem den Link zu einem ihrer Videos zukommen ließ bin ich ein kleiner bis mittelgroßer Fan geworden. Eigentlich gehen mir ja gerade sämtliche alternativen „Ihre Stimme ist was ganz Besonderes!“ Mädels gehörig auf den Sack, die das ‚Business‘ seit CocoRosie und Feist auf den Markt geworfen hat – Amy Winehouse, Kate Nash, Amy MacDonald (ja, die kamen alle erst danach…) etc. um nur einige zu nenen. Aber diese Frau mit ihren zarten 22 Jahren fasziniert mich irgendwie. Kann ihrem Sound, und vorallem ihren Dance Moves!, irgendwie mehr abgewinnen als dem ganzen anderen Gedöns. Warum genau weiß ich jetzt auch grad nich. Vielleicht, weil ich hie und da eine gewisse Ähnlichkeit zu The Knife zu erkennen glaube. Siehe unten ‚Little Bit‘ vom Ertlingswerk ‚Youth Novels‘. Desweiteren noch zu empfehlen ‚Breaking It Up‘ und ‚I’m Good, I’m Gone‘.

Zu guter Letzt noch das schon seit geraumer Zeit umherwandelnde wundersame Musikkollektiv Broken Social Scene. Immer wieder empfohlen worden, besonders von Freunden überm großen Teich, immer keine Lust oder Zeit gehabt, mich mit ihnen auseinanderzusetzen. Ehrlichgesagt weiß auch jetzt ich nicht viel über diese kanadische ‚Supergroup‘ mit ständig wechselnder Besetzung (u.a. auch Leslie Feist), außer, dass mir im Moment so ziemlich jeder ihrer Songs, der über meine Playlist läuft verdammt gut gefällt. Ansprechend finde ich insbesondere den Fakt, dass sie wirklich immer anders klingen – was wohl auf gerade eben erwähntes ‚Durchmischen‘ zurückzuführen ist – auch wenn etwas Post-Rockiges immer wieder durchscheint. Um ihre Bandbreite zu demonstrieren, hier gleich zwei Videos, die das ganz gut demonstrieren: ‚Almost Crimes‘ und ‚Pitter Patter Goes My Heart‘ . Alben gibts schon mehrere, fragt mich aber nich, wie die alle heißen.

Gude Laune Alda!

5. Februar 2008

Weil mich die Machart des Placebo Videos daran erinnert hat. Weil es mir eine Freundin vor kurzem geschickt hat, die meinte, dass sie das in der Dominikanischen immer beim Autofahren-und-Hand-in-den-Fahrtwind-halten gehört haben. Weil es so schön leicht und seicht ist. Und weil es Sommer in Tonspuren gepackt ist.

Ach. Du. Scheisse. Ich musste jetzt erstmal ewig hin- und her überlegen, wo ich diesen Scheiss unterbringe: Ins msbwy, weil es ja irgendwie, also rein technisch, mit viel Liebe […] (Stunden später) Musik ist, oder ins craplog, weil ich mir ob der hirnverbrannten Scheisse, die ich da eben gehört habe, die Ohren abschneiden wollte. Mit einem Löffel. Ich meine, ich habe jetzt grad 3x das Wort Scheisse benutzt, das kommt auch nicht von ungefähr. Aufgrund des grotesken Charakters des Einspielers, der gleich folgt, habe ich mich für den Abfallkalender entschieden. Und für’s craplog. Ach, und für’s msbwy. By your powers combined!

Also, eben, bei Schmidt und Pocher, wurde es schon gezeigt, ich war so perplex, dass ich den Rest der Sendug nicht mehr klar denken konnte. Ich halte ja Hirnfrost nach wie vor für eine von Roseanne lancierte Urban Legend, aber Synapsenbrand, das gibt es, das habe ich eben gehabt nachdem ich dieses Video von Bernd Stelter gesehen habe:

Lebt denn der deutsche Holzmichl noch? Ja, der deutsche Michl lebt offensichtlich, auch wenn ich nie an ihn geglaubt habe (stilistische Dopplung: eigentlich hat sich die Legende schon früher in Luft aufgelöst.)

Meine Fresse, hier kommt ja alles zusammen: Karneval, Blut-Schweiss-Sperma-Durchhalteparolen, Jürgen Rüttgers zeigt demonstrative „Mit uns nicht!!!111“-Volksnähe. Eingebunden in absolute Arhythmik und dem, was „Die Deutschen *schluchz*“ (Copyright Matthias Matussek) am besten können: Klatschen.

Der Bandwurm aus tieftriefigem Patriotismus (ich erhebe an dieser Stelle schonmal sämtliche Ansprüche an das Wort Køltørbereicherer, hihi) setzt sich, selbstverständlich, in den Kommentaren fort. So sagt z. B. Tassimausi:

Super !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Danke Bernd

Oder auch sehr schön tomtotal:

Hier spricht das Volk – Danke Bernd !!!

Aber am schönsten sagt es wohl schoggotv:

Das Lied gegen Nokia könnte noch zum Klingelton im laufenden Fasching werden.
Bernd Stelter, Dein Anti-Nokia Lied ist super, Danke!

PS für Nokia: Seht Euch das Video mit dem Anti-Nokia Lied gut an, so klingt und klingelt’s, wenn ein Volk zusammensteht und ziemlich wütend, dabei nicht machtlos ist.

bzw. xania2008:

Den Klingelton nehm ich sofort

Klingeltöne! Klingeltöne! Das ist also der neue Protest. Klingeltöne, nein: Protestklingeltöne! Auch für Nokia. Da muss man auch erstmal drauf kommen. Erstmal high-five an Bernd Stelter, dass er aus der Misere der Bochumer Arbeiter, die mir im Übrigen wirklich leid tun, noch ein paar Kröten zu ziehen vermag und nochmal dafür, dass hier sicher die volle Distanz der Verwertungskette gegangen wird. Bis zum Klingelton, welcher sich in der Verwertungsnahrungskette (gleich nochmal Besitzansprüche anmeld) bekanntlich ganz weit unten befindet.

Disclaimer: Ich halte Nokia im Übrigen für eine sehr gute Marke. Mein erstes Handy, das 3210, hat mir lange gute Dienste geleistet. Überhaupt war es seinerzeit das meistverbreitete Handy, weil’s einfach geil war. Das 6610i war auch sehr gut. Idiotensicher. Jetzt habe ich ein Motorola und das ist nur okay. Nokia: Daumen hoch!