Zwei Monate rum, es ist wieder Zeit für nen Artikel 😀

Bin ich froh, dass ich endlich Flying Lotus gefunden hab! Einer seiner Tracks war mir schon vor Ewigkeiten äußerst positiv in einem Live Set von Machinedrum aufgefallen, ich konnte mir aber nirgends in den Weiten des Internets die Setliste besorgen. Und soweit, dass ich jetzt rumgegangen wäre und allen Leuten in meiner Umgebung, die was von Musik verstehen, diese zwei Minuten vorgespielt hätte, ging die Liebe dann auch nich. Eigentlich hatte ich schon aufgegeben, bis eben vor kurzem einer meiner Kollegen die ‚Reset EP‘ von eben diesem Flying Lotus spielte. Dieser eine bestimmte Song, den ich gesucht hatte, war zwar nicht dabei, aber es klang verdächtig nach der Person die ich gesucht hatte. Lange Rede, kurzer Sinn, es stellte sich heraus, er war es und der Track ein Remix von ‚My Room Is White‘ von Mia Doi Todd. Seitdem hab ich mir so ziemlich alles besorgt, was dieser Herr aus Los Angeles produziert hat und bin hellauf begeistert. Supernice, gechillte Beats im Stile eines J Dilla. Wo mir Jay Dee manchmal ein bisschen zu technisch und verspielt ist (= innovative Beats, die aber einfach nur noch ‚weird‘ sind), trifft es Flying Lotus genau richtig. Nicht zu viel um es nicht mehr zu verstehen aber auch nicht zu wenig um langweilig zu sein. Wer es etwas HipHopiger mag sollte sich die Alben ‚July Heat‘ und das von ihm noch nichtmal richtig fertigegestllte aber schon im Internet kursierende  ‚1983‘ reinziehen. Wer es etwas technischer mag, ist mit ‚Los Angeles‘ gut bedient. Hier nun der besagte Remix, der mir einst schlaflose Nächte bereitet hat und für mich immernoch einer seiner besten Tracks überhaupt ist:

Nun was ganz anderes, und zwar Tokyo Police Club. Die vier jugen Kanadier machen schönen, happy Indie/Post Punk mit äußerst catchigen (Sidenote: ich entschuldige mich übrigens explizit dafür, dass mir anscheinend die Macht über die deutsche Sprache immer mehr zu entgleiten scheint und ich mich nur noch mit so halb-verkrüppelten Anglizismen wie diesem ausdrücken kann) Melodien. Sie klingen immer ein klein bisschen überdreht und irgendwie unter dem Zwang ihre Songs ganz schnell zu Ende spielen zu müssen, weil sie noch wo hinmüssen. Aber das macht in meinen Augen gerade den Reiz aus. Zudem finde ich, dass sie in all ihren Low Budget produzierten Videos sowas von sympathisch aussehen, dass man sie die ganze Zeit nur knuddeln will. And I am not gay. Das einzige ‚richtige‘ Album ‚Elephant Shell‘ ist fast durchgehend mit Note 1 zu bewerten, die EP ‚A Lesson In Crime‘ und die Elephant Shell Bonus Disc mit Remixen fallen dagegen ein bisschen ab. Achja und den RAC Remix von ‚Be Good‘ will ich übrigens heiraten. Hier ‚Your English Is Good‘ mit einem für meinem Geschmack etwas zu klischee-igem 8mm-der-Sommer-ist-bald-da-Juchhei Look.

Deaf Center ist eines der vielen Projekte (u.a. noch das z.zt. recht erfolgreiche ‚Svarte Greiner‘) von Erik K. Skodvin, der zufällig einer der besten Freunde meines Praktikantenkollegen Stian ist. Letzterer hat mich natürlich auch erst auf das schiefe Brett gebracht, dass die Musik ist, die dieser junge Norweger da produziert. Laut eigener Aussage ist das Genre ‚Dark Ambient‘ während er im speziellen etwas mit Streichern, Klavier und Unmengen an technischem Gerät produziert, was er ‚Acoustic Doom‘ nennt. Es zu beschreiben ist schwer, ein bisschen wie ein vollgedröhntes ‚Pure Moods‘, dass sich die Pulsadern aufschneiden will. Es ist äußerst düster, veträumt, nicht selten traurig bis schwer depressiv. Der wohl treffendste Begriff den ich bis jetzt dafür gehört hab, ist ‚Soundscaping‘. Am besten ihr hört es euch selbst an. Das Album ‚Pale Ravie‘ wird in gewissen Kreisen als eine Art Meilenstein der Musik gehandelt, ‚Neon City‘ kommt etwas elektronischer daher und den Rest hab ich leider noch nicht anhören können. Das hier ist übrigens kein offizielles Video, aber das Beste was ich finden konnte.

The Bloody Beetroots sind ja fast schon ein bisschen outdated, wenn man mal davon ausgeht, das Ed Banger und Konsorten ihre besten Zeiten wohl hinter sich haben. Trotzdem ist es gut zu sehen, dass in diesem Genre noch etwas produziert wird, was ein wenig hervorsticht aus dem, was in meinen Augen in letzter Zeit doch recht ‚einheitsbreiig‘ geworden ist. Warum genau sie in meinen Augen irgendwie anders klingen, kann ich leider auch nicht sagen, die Anleihen an Justice oder Krazy Baldhead sind ja nun wahrlich unverkennbar – vorallem der unglaubliche harte Bass. Vielleicht liegt es einfach daran, dass sie aus Italien kommen 😉 . Und auch wenn mir bei solch geballtem Hipsterism fast das Kotzen kommt, will ich unbedingt mal auf so eine Party.

So, jetzt noch ganz schnell etwas, dass ich noch zuwenig kenne um länger etwas darüber schreiben zu können. N.A.S.A. scheinen die neuen Lieblinge der amerikanischen Hipster Szene zu sein, zumindest soweit, wie eine HipHop produzierende DJ Combo das werden kann. Auf ‚The Spirit Of Apollo‘ haben sie jedenfalls ne ganze Latte ungewöhnlicher Collabos auf die Beine gestellt. Und sie haben ein Video gemacht, das bei jedem  Designer, der in derzeitige Illustrationstrends verliebt ist, multiple Orgasmen hervorrufen sollte.

P.S. Girl Talk ist live wirklich fast so gut wie ich ihn mir immer vorgestellt hab *schwärm*.

Advertisements

It’s About Damn Time

29. August 2008

a

Kanns da was besseres geben, als die zwei Harros von eben, die das Niveau wieder heben.

a

So, nach Wochen der Lethargie bezüglich aller Belange meines Lebens, habe ich beschlossen, mich wieder in die sogenannte Gesellschaft einzugliedern. Neben den gewohnten Dingen wie Nahrungsaufnahme, einer geregelten Tätigkeit (Job?) nachgehen, amerikanische Serien konsumieren und soziale Kontakte pflegen, Alkoholkonsum und exzessiven Parties gehört dazu auch das Verfassen des ein oder anderen Eintrags auf diversen Blogs. Ich hab nen ultra-stressigen Umzug in die Hauptstadt Norwegens hinter mir, bin gerade mal einen Tag in der Agentur und bekomme schon vom Kollegen zu meiner rechten – seines Zeichens nebenbei lokale DJ-Größe – den neusten ‚hicen shice‘ in Sachen Clubmusic zugeflüstert. Ich merk schon, ich muss irgendwie meinen Arsch immer erst in nördliche Hemispheren hieven um wieder an gute, mir noch unbekannte Musik zu kommen. Die Skandinavier, tsts.

Wie auch immer. Ich muss ja selbst bekennen, dass mir die Leute von Ed Banger, Kitsune, den ganzen kleinen Berliner Labels und viele der dazugehörigen Refixer schon seit geraumer Zeit nicht mehr das geben, was sie vor zwei Jahren getan haben. Was soll ich sagen, es hat sich ausgehört mit Nu-Rave und Konsorten. Sie haben die Clubszene auf jeden Fall gehörig aufgemischt, einen Hype wie seit Jahren schon nicht mehr ausgelöst. Doch irgendwie hab ich das Gefühl, es kommt nicht viel nach, sie treten auf der Stelle. Es wird kreuz und quer gefeatured und geremixed (nebenbei mal ein Hoch auf Neudeutsch) aber was wirklich neues kommt nicht dabei raus. Man hat jeden Beat, jede Stimme ja doch schon irgendwann mal gehört.

Naja, und dann hat mir eben wie gesagt heute mein Kollege folgende Worte zugehaucht: Top Billin. Alter! Nie gehört, aber die zwei Finnen scheinen die skandinavische Szene schon seit geraumer Zeit im Griff zu haben. Wohl nur noch eine Frage der Zeit bis Welle nach England und Frankreich schwappt um dann irgendwann mit gehörigem Abstand auch in Deutschland zu landen. Denn überhaupt scheint gerade ein stilistischer Umbruch im Gange zu sein. Weg von den harten Miami Beats zu einer Renaissance des Baltimore Club, bei dem hierzulande der Name Diplo vielleicht dem ein oder anderen ein Begriff ist. Der Herr fand auch schon mal in meinem ‚Which City Would Win This Battle?‘ Beitrag kurze Erwähnung.

Ich gebe ja zu, was die Jungs da machen ist keine Musik-Revolution. Und trotzdem habe ich das Gefühl, etwas zu hören, was mir in dieser Form noch nicht in die Ohren gekommen ist. Es erinnert in der Machart vielleicht ganz entfernt an Leute wie Tittsworth, Girl Talk oder Chew Fu aber dann auch wieder gar nicht. Und ja, auch hier kennt man jedes zweite Sample in- und auswendig. Irgendwie ist es mir hier jedoch egal. Ich weiß auch nicht, vielleicht sind es einfach die Arrangements die mich überraschen, dabei neu erscheinen und mich endlich wieder unendliche Lust verspüren lassen, den nächsten besten Club aufzusuchen um mal wieder gehörig abzufeiern.

Und damit ihr endlich auch in den Genuss dieses von mir so hoch gepriesenen Duos kommt, hab ich mal sämtliche Blogs und Freebie Seiten abgegrast und ein schmuckes kleines ZIP zusammengestellt, welches hier euch jetzt in den nächsten zwei Wochen hier runter- und reinziehen könnt. Besonders empfehlenswert aus meiner Sicht: Hoes & House, My Girl Wants To, One Last Time und San Fran. Enjoy yourselves, bitches!

Und wo wir gerade bei Mash-Ups sind, die die Welt besser machen: Janet Jackson hat beschlossen, dem „ich mach jetzt was mit Daft Punk“ Trend zu folgen. Ja, Janet Jackson. Genau die. Und grandioserweise heisst der Track auch noch „So Much Betta“. Betta. Mit „a“ am Ende. Ich halte diese Aussage für ein Gerücht, der Track hört sich an, als ob ein Gnom vergewaltigt wird. Aber hört es euch selbst an:

Bei den Brit Awards traten Klaxons und Rihanna gemeinsam für eine Performance zu „Umbrella“ auf. Nach Kanye West & Daft Punk ist das die nächste Live Show, die ich wirklich gerne gesehen hätte. Vor allem, weil der Song so viel angenehmer klingt, obwohl der echt nur noch nervt.. man, hätten die den nicht so veröffentlichen können!

Egal. Hier ist das Video: