Strandparty

2. Juli 2008

Anlässlich dieses ja wirklich fantastischen Wetters und der Tatsache, dass es hier keinen Strand gibt, möchte ich mir wenigstens vorstellen, auf einem Handtuch zu liegen, warme Cola zu trinken, den Ghettoblaster mit Sand zu ruinieren und eine hummerrote Farbe anzunehmen. So gesehen ist es garnicht schlecht, den Tag am Meer nur im Kopf abspielen zu lassen.


(Foto)(cc)

Ein wirklicher Fantasiekatalysator ist Musik, darum eine kleine Auswahl guter, altbewährter und bekannter Sommermelodien, anzuhören auf meinem Muxtape: Strandparty

1: Peter Licht – Wettentspannen

2: Beach Boys – Surfin‘ USA

3: Die Crackers – Klassenfahrt zum Titisee

4: Plastic Bertrand – Ca plane pour moi

5: Blur – Girls & Boys

6: Dr. Motte & Westbam – Sunshine

7: The Charlatans – The only one I know

8: Marky Mark & The funky Bunch – Good Vibrations

9: Ash – Kung Fu

10: Nancy Sinatra & Lee Hazlewood – Summer Wine

11: Travis – Why does it always rain on me

Ich hab mir was überlegt. Es ist zwar schön und gut, ganz viel und ganz oft über Musik zu schreiben, aber wenn man die aus dem Zusammenhang damit nimmt, dass man sie ja auch hören sollte, macht es nicht halb so viel Spaß. Deshalb werde ich von Zeit zu Zeit meine „On Rotation“ Playlist als einzelne Tracks hochladen im Internet finden und verlinken und jedem bereitstellen, der Interesse hat. Zu den Songs an sich werde ich natürlich auch meinen Senf geben, und hoffe, dass jeder vielleicht für sich selbst etwas interessantes dabei findet.

Ach so, und jeder ist natürlich herzlich eingeladen, beizusteuern mit seinen Playlisten (und wenn’s nur 3 Tracks sind, mir doch woscht!). Isch fänd’s ja subbi!

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Gude Laune Alda!

5. Februar 2008

Weil mich die Machart des Placebo Videos daran erinnert hat. Weil es mir eine Freundin vor kurzem geschickt hat, die meinte, dass sie das in der Dominikanischen immer beim Autofahren-und-Hand-in-den-Fahrtwind-halten gehört haben. Weil es so schön leicht und seicht ist. Und weil es Sommer in Tonspuren gepackt ist.

Dänische Delikatessen

2. Februar 2008

Ich seh schon, wenn ich hier nich die Feder zücke läuft hier mal gaaar nix 😉 Also gut, da ich ja gerade nen halbes Jahr Kopenhagen hinter mir hab, dacht ich, bring ich mal die dort kennengelernte – und auch teilweise schon vorher gekannte – dänische Musikszene dem deutschen Gaumen etwas näher. Gut, selbige hat mit Bands wie Aqua oder Junior Senior (auch wenn das Video verdammt lustig is) eigentlich unverzeihliche Popverbrechen zu verantworten, aber das sollten die kommenden Damen und Herren der Schöpfung um Längen wieder wett machen. Hier also eine Auswahl sehr hörenswerter skandinavischer Zeitgenossen – diesmal gibt’s nur YouTube Links, die Homepages bzw. MySapce Seiten müsst ihr euch diesmal selber zusammenkratzen – und ab dafür (Sternchen sind Prädikat ‚Besonders Hicer Shice‘):

Trentemøller* (Electro/Minimal) – War mir als einer von vier hier genannten Acts schon vor meinem Trip bekannt. Schon seit Jahren eine Institution im Electro / House / Minimal Bereich, eigentlich ist es müssig über ihn Worte zu verlieren: ausverkaufte Clubs überall auf der Welt, Remixe für die ganzen Großen (Röyksopp etc.) und live der absolute Hammer – hab ich schon zweimal genießen dürfen. Und trotz all dem exklusiv-komplexen Sound, den dieser Mann so auffährt, doch relativ massenkompatibel.

Kasper Bjørke* (Electro/Remix) –Rein musikalisch gesehen sowas wie der kleine Bruder bzw. Ziehson von oben genanntem Herrn. Die beiden legen auch öfter gemeinsam auf, wobei Bjørke meist für den etwas härteren, housigeren, tanzbareren Sound zuständig ist. International trotz zahlreicher sehr guter Remixe, aber noch ein relativ unbeschriebenes Blatt.

Fagget Fairys (Electro/Grime) – Gewöhnungsbedürftig aber mit der Zeit doch sehr spannend zu lauschen. Die zwei Ladies haben in Kopenhagen und New York schon so manche heiße Party geschmissen, wenn auch nicht in den großen Clubs sondern eher kleinen Bars. Da passen sie allerdings auch besser hin.

Tiger Baby* (Electro/Pop) – Sehr schöner, eingängiger Bubblegum-Electro-Pop mit einer umwerfenden Frontfrau inklusive Hammerstimme vorne dran. Aus irgendeinem Grund sind die in Indonesien ganz groß und spielen dort in ausverkauften Hallen. Auch live sehr empfehlenswert, bei solch sanft ins Mikro gehauchten Klängen suchst du automatisch nach einer Hand die du halten kannst.

JaConfetti* (Pop) – Nicht zu verwechseln mit dem Berliner Trio Jahcoozi, welches vom Musikstil in ganz ähnliche Breschen schlägt. Mir fällt es schwer diese Musik in ein bestimmtes Genre zu zwängen bzw. sie passend zu umschreiben. Gut gelaunt und ein wenig durchgeknallt ist sie auf jeden Fall. Elektronisch angehaucht, aber eben auch nur ein wenig. Pop, 80er was weiß ich. Am besten selber reinziehen, lohnt sich.

Efterklang (PostPop/Shoegazer) – Sehr sphärischer, oft an Sigur Rós erinnernder Sound. In Dänemark ebenso wie ihre isländischen Pendants immer ganz schnell ausverkauft. Zum Seele baumeln lassen.

Alphabeat (Pop/Rock) – Lustige, energiegeladene Combo, die zwar doch sehr poppig klingenden Rock macht, sich dabei aber selber nicht allzu ernst nimmt. Die Stimme der Frontfrau klingt sehr nach Country und auch wenn mich der Name ständig an Alphaville und Alphawezen erinnert sind sie doch meilenweit von diesen Bands entfernt.

Kashmir (Rock/Pop) – Zweite mir schon seit längerem bekannte Gruppe. Ruhiger, oft verträumter Rock mit schönen Texten. Manchmal wie z.B. eben im Video bei ‚Kalifornia‘ kanns aber auch ein bisschen schneller/härter zur Sache gehen, wenn auch nich viel. Sowas wie die Urgesteine des dänischen Rock, immerhin schon 17 Jahre im Business…

Mew* (Rock/ArtRock) – Dritte Band, die ich nun mittlerweile schon seit sechs Jahren zu meinen absoluten Favorites zählen kann: ‚Snow Brigade‘ führt seit ich einen Mac besitze unangefochten die ewige Bestenliste meiner iTunes Bibliothek an. Wunderwunderschöner Rock mit ein bisschen Klassik, ein bisschen Glam und einer für so manchen etwas gewöhnungsbedürftigen hohen Stimme des Leadsängers. Absolute Hymnen: ‚Shespier‘, ‚Am I Wry No‘ und natürlich ‚Comforting Sounds‘, aber bitte die 9 Minuten Version und nicht dieses für MTV auf 3,5 zusammengeschrumpfte Ding.

Spleen United (Rock/PopRock) – Sehr wandlungsfähige Band, die von elektronisch angehauchtem PopRock mit schwülstigen Texten bis hin zu anfangs leicht verstörendem Krach alles drauf hat. Hauptsache Synthesizer sind drin.

The Fashion* (Rock/Indie) – Sehr zu empfehlendes, schnelles und trotzdem melodisches Indie-Geschredder mit ständig nervös zuckender Besetzung und einem charismatischen Frontmann. Äußerst sympathische, auf dem Boden geliebende Jungs mit stetig wachsender Fangemeinde. Live eine absolut schweißtreibende Angelegenheit. Aber auch die Videos sind nicht von Pappe – als Beweis, eines gleich hier im Blog. Album kaufen los!

Figurines (Rock/Indie) – Manchmal Britpop-schrabbelig, manchmal Gypsie-folklorig. Manchmal langsam und traurig, dann wieder schnell und happy happy. Aber immer mit zittrig bebendem, etwas in Schräglage geratenem Gesang.

The Floor Is Made Of Lava (Rock/Indie) – Selbst in ihrem Heimatland noch ziemliche Newcomer, legen die Mitglieder dieser Indie-Schrammel-Band auch gerne mal Electro in den Clubs der Hauptstadt auf.

Carpark North* (Rock) – Vierter und letzter Botschafter dänischer Musik vor meiner Zeit dort. Hatten mit ‚Human‘ mal sowas wie ein europaweites One-Hit-Wonder. Mittlerweile etwas in der Versenkung verschwundene Band mit griffigem, ‚traditionellem‘ Rock.

Tomboy (GlamPop) – da sag ich ausser, dass er (allerdings unter anderem Namen und mit anderer Musik im Gepäck) öfter mal in meinem Lieblingsclub aufgelegt hat, mal nix dazu… Surprise Surprise

Abschließend bleibt noch zu sagen, dass die Dänische Musikszene eigentlich Kopenhagener Musikszene bedeutet und es da nicht ungewöhnlich ist, dass man einer der JaConfetti Sängerinnen beim Shoppen begegnet, die halbe Tiger Baby Besetzung wörtlich genommen um die Ecke wohnt oder auch mal beim Mittagessen in der Kneipe getroffen wird, oder man Abends auf einmal zwei Mitglieder von Aqua neben sich in der Bar sitzen hat. Alles schon passiert.

Like A Virgin

27. Januar 2008

Vor ungefähr einem Jahr war ich auf einer 80’s Party mit einer Freundin, die ihre Zeit hauptsächlich damit verbringt, zu saufen und assi zu sein. Der Abend war richtig lustig, ich war total betrunken und trotz kitschiger achtziger Jahre Mukke hat’s echt Spaß gemacht.

Daran musste ich heute denken, als ich im Auto saß und tatsächlich freiwillig meine 80’s Playlist anschmiss, um dann laut zu Madonna’s „Holiday“ mitzugröhlen. Wenn ich ein Kerl wäre, hätte ich wohl ab jetzt schlechte Aussichten auf funktionierende Mann-Frau-Beziehungen, aber peinlich ist es irgendwo trotzdem- zumindest wenn man sich mit Menschen abgeben muss, die einen anblicken, als würde man in der Vergangenheit leben. Und bis vor einem Jahr hätte ich selbst noch so gedacht, aber meine Asi-Freundin hat mich bekehren können. Die Liebe zu gutem englischen Punk bestand schon immer, The Clash- oh mein Gott, THE CLASH, aber an achtziger Jahre Disse-Musik wollte ich mich bis jetzt eigentlich nicht herantasten.

Und damit habe ich anscheinend ein großes Stück Kultur verpasst, dass ich jetzt gerne nachhole. The Cure! Gibt es denn ein cooleres (und ich meine COOLERES) Lied als „Lullaby“? Ja ja, die Frisuren waren echt eine Zumutung, aber gerade geht mit mir echt der 80’s Revival durch, selbst was die Klamotten angeht (Hallo Fasching, ich komme!), die man in einzelnen Stücken auch gut mit der heutigen Mode kombinieren kann…

Zurück zur Musik: Ich bin es leid, ständig so zu tun, als wäre es das wichtigste, immer nur die angesagteste, hippeste Musik zu hören! Es gibt so viele gute Sachen, die in der Vergangenheit liegen, und es ist gut, wenn man sich mal darauf einlässt. Das es nicht jedermann’s Sache ist, schon klar, und anscheinend war ich noch nicht auf genug 80’s Partys, damit es mir aus dem Hals raushängt wie vielen anderen, aber es macht Spaß, mal einfach nur Tanzmusik zu hören, die nicht komplett aus Synth-Britney-Rotz besteht und nicht ausschließlich von Timbaland produziert wird.

Und jetzt, meine persönliche Nummer eins der 80’s „Ich bin ein Ohrwurm, holt mich hier raus!“ Tracks: „Straight Up“ von Paula Abdul!

Feist!

23. Januar 2008

Also, das mit Feist ist ja so eine Sache. Leslie Feist, natürlich. Weiteres super-chilliges Indiegedöhnse für die Weinabende mit kichernden blonden Freundinnen? Oder doch intelligente, eingängige, „ich-identifiziere-mich-selbst“-Musik für nachdenkliche Hobbyphilosophen, die gerne eine Hintergrundbeduselung zu ihren Gedanken haben?

Tja, ist mir ehrlich gesagt egal. Ich mag Feist. Ich mag ihre ganze Art und würde sie am liebsten jeden Tag knuddeln. Außerdem ist sie so schön Neo-Hippie. Ihre Musik macht Spaß, ohne aufdringlich zu sein oder sich wie Western anzuhören. Leider kann ich nicht viel mit ihrem Album anfangen, so wie es ist. Ich liebe ihre Stimme, ihre Sounds, aber nicht in Kombination… nur in Remixen. Und naja, wenn ich irgendwie in der Stimmung bin. Vielleicht braucht man für sowas ja auch mehr Zeit. Aber in Verbindung zu ihren Videos sind die Songs einfach spitze. One, Two, Three, Four, und ich meine jetzt nicht die Ipod-Werbung. My Moon My Man- auch großartig. Ich hab keinen Bock auf die Musik, und trotzdem will ich sie hören. Geht das eigentlich? Egal- Feist ist in meinem Herzen, auch wenn ich mir nicht erklären kann, wieso. Deshalb ihr neuestes Video: „I Feel It All“:

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Now playing: Joi Cardwell – What It Feels Like (Quentin Harris Dub)
via FoxyTunes